Montag, 26. September 2016

Einfache Kritzelei beim Telefonieren erhöht die Konzentration

Wer beim Telefonieren auf einem Blatt Papier vor sich hinkritzelt, erinnert sich später besser an das Gespräch. 

Das hat die britische Verhaltensforscherin Jackie Andrade herausgefunden, als sie ihre Kollegen zu Probanden in einem Experiment machte. Eine simple Ausmal-Aufgabe während des Zuhörens steigerte das Erinnerungsvermögen, so dass sich die Probanden später an mehr Details erinnerten.

Die Forscherin ließ 40 Mitarbeiter eines Hirnforschungsinstituts in Cambridge einer zweieinhalb Minuten langen, öden Bandnachricht zuhören. Die Hälfte der Probanden sollten nebenher auf einem Blatt Papier Figuren ausmalen. Die Nachricht erzählte von diversen Personen und Orten – unter anderem von acht Menschen, die auf eine Party gehen. Nach dem Anhören wurden die Probanden anschließend nach den Namen dieser acht Menschen gefragt.

Das Ergebnis: Die Ausmaler erinnerten sich im Schnitt an 7,5 Namen, die anderen Probanden nur an 5,8 Namen.

Wer nebenher nicht malt, erinnert sich später schlechter an die Inhalte des Gesprächs, da bei stupiden Aufgaben der Geist leicht abschweift, vermutet die Forscherin. Eine einfache Nebenbeschäftigung könnte dagegen Tagträumereien entgegenwirken. Somit könnte das von vielen Menschen praktizierte Herumkritzeln auf Papier beim Telefonieren eine Konzentrationshilfe sein – anstatt eines Zeichens der mangelnden Aufmerksamkeit, wie häufig vermutet wird.
Quelle: Jackie Andrade (Universität in Plymouth) et al.: Applied Cognitive Psychology
Bildquelle: Fotolia
L: http://onlinelibrary.wiley.com, DOI:10.1002/acp.1561