Mittwoch, 10. August 2016

Burnout, das so genannte Erschöpfungssyndrom (inkl. Burnout Symptome und Selbsttest)

BURNOUT ist zu einem zunehmenden Problem in der heutigen Arbeitswelt geworden. 
Die Burnout-Raten in Risikogruppen erreichen 20 Prozent und mehr, subjektiv fühlen sich 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ausgebrannt. Persönliche Zusammenbrüche gefährden die Betroffenen und deren Familien, Ausfälle von MitarbeiterInnen verursachen betriebs- und volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe.
Burnout?

Die richtige Prävention kann davor schützen und die Leistungsfähigkeit erhalten.
Besonderer Ehrgeiz, überdurchschnittliches Engagement, Perfektionismus und das Gefühl, nie genug zu geben, paaren sich mit organisatorischen Problemen und wirtschaftlichen Engpässen. Hinzu kommen noch private Belastungen – und fertig sind die idealen Rahmenbedingungen für Burnout. Burnout ist eine Kombination aus emotionaler Erschöpfung und Leistungsabfall, die mit einer Vielzahl an körperlichen, kognitiven und emotionalen Einbußen einhergeht. Hinzu kommen Verhaltensänderungen wie Rückzug, vermehrtes Suchtverhalten und Fehleranfälligkeit. Nicht jeder Unternehmer kann akzeptieren, dass seine Mitarbeiter ausbrennen. Was nicht sein soll, das darf nicht sein! Denn die Arbeit macht doch nicht krank! Zum Teil stimmt das auch: Arbeit kann dem Leben Sinn geben. Doch immer öfter werden die Belastungen einfach zu viel.

Burnout ist heutzutage in aller Munde. 
Es vergeht kaum ein Tag, an dem das Thema „Ausbrennen“ nicht in der Zeitung, im Radio oder Fernsehen präsent ist. ... 
Warum? Die Antwort ist einfach und besorgniserregend zugleich: Immer mehr Menschen aus verschiedenen Altersgruppen, unterschiedlichsten Berufen und sozialen Schichten sind von Burnout betroffen oder gefährdet. Beim Burnout-Syndrom handelt es sich um ein typisch stressbedingtes Leiden, das aus beruflich bedingter Überforderung mit gemütsmässiger Erschöpfung entsteht.

Körper und Seele sind aus dem Gleichgewicht. 
Wussten Sie, dass Burnout zu massiven Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Tinnitus, Schlafstörungen, sexuellen Funktionsstörungen, zur Überlastung des Immunsystems bis hin zu dessen Zusammenbruch oder zu Autoimmunerkrankungen führen kann? Auch der psychische Leidensdruck kann enorm sein: Gefühle der Unruhe, Nervosität, Angst, Panik, der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins verdichten sich zur Depression. Existenzielle Verzweiflung und das Gefühl der totalen Sinnlosigkeit enden oft im schmerzvollen Verlust der Lebensfreude und des Lebenswillens.
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„Wir wissen nicht, wie viele Burnout-Kranke es gibt, aber wir müssen insgesamt Zuwachsraten befürchten“, sagt der Psychiater Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek vom Anton-Proksch-Institut in Wien-Kalksburg. Die extreme Beschleunigung der Arbeitswelt, der Verlust von Sicherheiten (z. B. befristete Verträge) und von Stützen wie etwa dem Glauben oder Familienstrukturen seien einige Gründe für den Anstieg.
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Burnout Symptome
• Köperliche und psychosomatische Beschwerden
• Schlafstörungen
• Chronische Schmerzen ohne Befund
• Funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden
• Unspezifische Beschwerden des Magens und des Darms
• Veränderungen des Kortisolstoffwechsels verschiedener immun. Parameter
• Veränderung des Menstruationszyklus
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Einige Fakten zu Burnout
20% der Erwerbstätigen erleben burnout- ähnliche Phasen
27% der Arbeitnehmer stehen unter ungesundem Stress
30% aller Erwerbstätigen sind psychosomatisch erkrankt
46% aller Krankenstände haben rein psychische Gründe
2,4 Milliarden Euro Kosten entstehen jährlicher durch Burnout-Krankenstände (nur Österreich)
1,2 Millionen potenziell Betroffene
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Die 10 Phasen des Burnouts: 

Phase 1 
Der Zwang sich zu beweisen 
Es besteht eine besondere Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit, eigene Grenzen und wichtige Bedürfnisse werden übersehen.

Phase 2 
Der verstärkte persönliche Einsatz 
Ständige Bereitschaft zur Übernahme von noch mehr neuen Aufgaben, freiwillige Mehrarbeit und das auch an freien Tagen, am Wochenende und in der Urlaubszeit. Gefühl der persönlichen Unentbehrlichkeit im Betrieb.

Phase 3 
Die verstärkte Vernachlässigung von eigenen Bedürfnissen Mehrkonsum von Kaffee, Cola, Red Bull, Aufputschmitteln etc. erhöhter Zigarettenkonsum bei Rauchern. Gefolgt von gelegentlich auftretenden Schlafstörungen, erste Aufmerksamkeitsstörungen können entstehen.

Phase 4 
Erste Fehlerphase: Es kommt zu immer öfteren Fehlleistungen wie z. B. Vergessen von Terminen, versprochene Aufgaben werden nicht erledigt, Ungenauigkeit bei der Arbeitsausführung, erste Energiemangelzustände, immer öfter entstehen Schwächegefühle. Hobbys und private Dinge werden oft in diesen Stadium aufgegeben.

Phase 5 
Jetzt entstehen die ersten starken Aufmerksamkeitsstörungen private Kontakte werden immer mehr gemieden, diese werden immer öfter als belastend empfunden. Probleme mit dem Partner entstehen. Ein sicheres Zeichen, einer sogenannten Burnout- Beziehung.

Phase 6 
In dieser Phase werden von Betroffenen verstärkt aufgetretene Probleme verleugnet. 
Oft haben Betroffene das Gefühl mangelnder Anerkennung. Die ersten Ängste entstehen davor täglich in die Arbeit zu gehen. Oft treten jetzt vermehrte Fehlzeiten, verspäteter Arbeitsbeginn, vorverlegter Arbeitsschluss auf.

Phase 7 
In dieser, schon sehr fortgeschrittenen Burnout Phase entstehen Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit, Ohnmachtsgefühle, innere Leere. Betroffene neigen spätestens jetzt zu Ersatzbefriedigung durch vermehrtes (oft sehr süßes) Essen, Alkohol, Drogen, Spielen, exzessive Sexualität etc. Jetzt tritt auch ein verstärkter Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit auf. Ungenauigkeit, Desorganisation, in vielen Situationen oder Entscheidungsunfähigkeit sind die Folge. Begleitende körperliche Reaktionen sind: Gewichtsveränderungen (oft starke Zu- oder Abnahme von Gewicht), Herzklopfen, Bluthochdruck, kalte Hände, feuchte Hände etc. Spätestens jetzt, in dieser Phase, findet man über längere Perioden des Tages anhaltende Aufmerksamkeitsstörungen, die sich auch leicht messen lassen.

Phase 8 
In dieser Phase entstehen sehr deutliche Verhaltensänderung, depressive Zustände treten immer häufiger auf. Selbstmitleid, Einsamkeit, Gleichgültigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit begleiten diesen Zustand.

Phase 9 
Panikattacken und Angst. Negative körperliche Reaktionen treten noch mehr in den Vordergrund, es kommt zu krankhaften Zuständen aller Art. Es kommt zu Kaufrausch, Essanfällen alles ohne wirklicher Befriedigung.

Phase 10 
Depression, Ängste und Erschöpfung sind der ständige Begleiter, negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, totale Erschöpfung, oftmals entsteht der starke Wunsch nach Dauerschlaf, existenzielle Verzweiflung, Selbstmordgedanken sind hier die Folgen der totalen Erschöpfung.

Sind Sie betroffen? Die obige Beschreibung der 10 Phasen des Burnouts wird Ihnen helfen sich zu orientieren. Wie weit ist Ihr Zustand schon fortgeschritten? 
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Dieser einfache 15 Sätze Selbsttest dient einer Selbsteinschätzung, ob bei Ihnen Anzeichen von Burnout vorliegen.

  1. Es fällt mir schwer, morgens in die Arbeit zu gehen.

  2. Ich bin seit einiger Zeit stärker anfällig für körperliche Krankheiten und/oder Schmerzen.

  3. Ich bin in letzter Zeit schnell gereizt.

  4. Es fällt mir schwer, mich zu entspannen.

  5. Kontakte mit anderen Menschen sind mir oft zu viel.

  6. Ich habe die Freude an der Arbeit verloren.

  7. Ich fühle mich emotional erschöpft.

  8. Es fällt mir im Vergleich zu früher schwer, mich zu konzentrieren.

  9. Ich fühle mich körperlich ausgelaugt.

10. Ich bezweifle die Bedeutung meiner Arbeit.

11. Ich habe das Gefühl, meinen Aufgaben nicht mehr gut gewachsen zu sein.

12. Im Gegensatz zu früher passieren mir oft Fehler.

13. Es fällt mir schwer, klare Entscheidungen zu treffen.

14. Ich schlafe unruhig und wache oft auf.

15. Ich würde am liebsten alles hinwerfen und meine Ruhe haben.

Biofeedbacktraining
Je mehr von diesen Sätzen auf Sie zutreffen, desto sinnvoller ist es, sich beraten zu lassen und sich bei einer Problemlösung gezielt unterstützen zu lassen (bei einem Biofeedbacktrainer-Mentaltrainer, Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten). Nehmen Sie die Signale unbedingt ernst, wenn Sie mehr als 50% der Sätze auf Sie zutreffen und suchen Sie dann im Sinne Ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit möglichst umgehend professionelle Hilfe. Burnout kann im schlimmsten Fall zu plötzlichen körperlichem Zusammenbruch oder zur Entwicklung von längerfristigen Depressionen führen.

Burnout passiert nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich über Monate und Jahre hinweg. Daher ist es so wichtig, schon frühzeitig auf die Signale des Körpers zu achten, beginnende Rücken-, Kopf- oder Nackenschmerzen ernstzunehmen und kürzerzutreten.

Ausweg aus Burnout und den damit verbundenen Versagensängsten und Depressionen
Wenn es schnell gehen soll: Erlernen einer Schnellentspannungstechnik (z.B. mittels Biofeedbacktraining, Einzeltraining) oder Selbsthypnose (im Seminar erlernbar) zusätzlich gezieltes Dämpfen der Amygdalareaktion mittels Neurostimulation (z.B. im Einzeltraining).
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