Sonntag, 31. März 2013

Vitamin D- Mangel, bedingt durch den langen Winter

Der Winter dauert in diesem Jahr besonders lang. Viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden unter Erkältungen, Infektionen oder Schwächegefühlen. Prof. Jörg Reichrath, Professor für Dermatologie an der Universität des Saarlandes bemerkt dazu: "Kein Wunder, denn wir befinden uns in Mangelländer", die aufgrund der wenigen Sonnentage eine schlechte Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung nach sich zieht. Fehlende, oder nicht stark genug scheinende Sonne kann beim Großteil der Bevölkerung in Mittel- und Nordeuropa zu einem stark abgesenkten Vitamin-D-Spiegel im Körper, vor allem in den langen Wintermonaten führen. Das wiederum schwächt das Immunsystem, so dass Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben.

Hintergrund: Experten gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent der Deutschen, Österreicher und Schweizer im Winter einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben. Vitamin D, das streng genommen gar kein Vitamin ist, sondern Vitamin D ist die Vorstufe eines Hormons (!!!). Unter dem Begriff Vitamin D wird eine Gruppe von verschiedenen fettlöslichen Vitaminen zusammengefasst, die mit der Regulierung des Kalziumhaushalts und der Mineralisation der Knochen in Verbindung stehen. Sie werden auch als Calciferole bezeichnet. Vor allem die sogenannten Vitamine D2 und D3 sind für den Menschen wichtig. Beide sind streng genommen keine Vitamine, sondern eher Vorläufer von Hormonen. Als Vitamin D2 wird das pflanzliche Ergocalciferol bezeichnet und mit Vitamin D3 das Cholecalciferol oder Calciol, das in tierischen Lebensmitteln vorkommt und in der Haut des Menschen gebildet wird. Beide Vitamine haben im menschlichen Körper in etwa die gleiche Wirkung.

Vitamin D trägt nicht nur dazu bei, dass man starke Knochen und feste Zähne hat, sondern ist an einer Vielzahl biologischer Abläufe im Körper beteiligt.  Heute weiß man zweifelsfrei, dass in nahezu allen Organen und Geweben des menschlichen Körpers Vitamin-D-Rezeptoren existieren. Dennoch ist ein Vitamin-D-Mangel im Körper nicht eindeutig zu spüren. Die Auswirkungen sind eher schleichend aber gewaltig. Die vielfältigen Symptome werden meistens nicht der richtigen Ursache zugeordnet. Besonders schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen konnten in Studien für Personen über 50 Jahren nachgewiesen werden.
Die klassische Vitamin-D-Mangelerkrankung war die Rachitis eine Knochenerweichung und Verformung (geschwollene Gelenke, krumme Beine und verwachsene Wirbelsäulen) die direkt im Zusammenhang steht mit fehlendem Sonnenlicht. Der Grund für diese Erkrankung wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt.

Die Forschung heute:  Krebs, Depressionen, geschwächtes Immunsystem, Bluthochdruck, Diabetes uvam. Wie groß der Einfluss von Vitamin D auf den menschlichen Organismus wirklich ist, beweisen zahlreiche Untersuchungen, die vor allem aus den letzten Jahrzehnten stammen. So ist das Sonnenhormon (Vitamin D) nicht nur für den Kalziumstoffwechsel enorm wichtig, sondern beeinflusst auch das Immun- und Hormonsystem, die Psyche und den Stoffwechsel. "Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann deshalb zu zahlreichen Erkrankungen führen, darunter Autoimmunerkrankungen, Infektionen wie Tuberkulose, Bluthochdruck, Herz-Kreislaufprobleme, Osteoporose und Diabetes. Sogar die Entstehung von Darm-, Brust-, Prostata- und Lungenkrebs sowie Pankreaskarzinomen wird mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht". Menschen mit Vitamin-D-Mangel sterben zudem früher als Menschen mit einem optimalen Vitamin-D-Spiegel. Der Mangel an Vitamin D hat auch direkt mit der Entstehung von Depressionen zu tun. Der lange Winter macht die Situation nur noch gefährlicher. Wer sich auch im Sommer hauptsächlich in geschlossenen Räumen aufhält (vor dem Pc, im Büro oder vor dem Fernseher) und in die Sonne nur mit Sonnenschutz geht, der läuft Gefahr, schnell einen Vitamin-D-Mangel zu bekommen. Dieser kann wie schon gesagt diverse Erkrankungen begünstigen und sogar direkt auslösen.

Wie kann man nun die optimale Versorgung mit Vitamin D sicherstellen? 
Sonne in Maßen auch ohne Schutz tanken! Jetzt kommt die Zeit wo man etwas für sich tun kann. Um Vitamin-D-Mangel ganzjährig wirkungsvoll vorzubeugen, sollte man  also mindestens 25 Prozent der Hautoberfläche (Hände, Unterarme und Gesicht) in die Sonne halten. Die Haut sollte dabei nackt und ohne Sonnencreme der Strahlung ausgesetzt werden und nur zwar so lange, dass sie dabei nicht verbrennt. (Hinweis: Viele Sonnencrems enthalten Kontaktgifte, die direkt über die Haut aufgenommen werden. Das wird noch begünstigt, durch die Hitze und die weit offenen Hautporen. Dann treten diese Gifte in  Blutkreislauf und Lymphen ein.) Da sich der Alltag vieler Menschen, wie schon gesagt, heute immer öfter drinnen abspielt und zudem immer mehr Kleidung die Haut ganztägig bedeckt, sollte jeder gesundheitsbewusste Mensch darauf achten, im Sommerhalbjahr täglich ins Freie zu gehen, um die Bildung des Sonnenhormons (D) in Gang zu setzen, denn nur in den Monaten von März bis Oktober kann in unseren Breiten bei weitestgehend wolkenlosem Himmel Vitamin D über die Haut gebildet werden. In diesem Zeitraum steht die Sonne in einem günstigen Winkel, so dass genügend energiereiche UVB-Strahlen bis zur Erde, bis zu unserer Haut durchdringen. Nur dann kann der Vitamin-D-Speicher im Körper tatsächlich aufgefüllt werden. Und mit diesem UVB-reichen Sommer-Licht werden mehr als 80 Prozent des Vitamin-Bedarfs (!) durch den Körper selbst über die Haut gebildet. (Der Körper kann das durch Sonnenlicht erzeugte Vitamin D für die dunkle Jahreszeit in den Körper-Fettzellen speichern und bei Bedarf wieder abrufen. Doch nicht die Fettzellenmasse ist dafür ausschlaggebend! Übergewicht führt zu einem sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegel und begünstigt den Vitamin-D-Mangel weiter, das zeigte auch eine kürzlich in der Public Library of Science (PLoS) veröffentlichten Studie des University College London.) 

Die notwendigen restlichen 20 Prozent werden dann über die Ernährung (kann nicht über Fastfood
gedeckt werden) mit entsprechenden Lebensmitteln aufgenommen. Vor allem in fettem Fisch, Milch und Milchprodukten, Eiern und Pilzen ist Vitamin D in größeren Dosen enthalten.

Diese Nahrungsmittel reichen trotzdem nicht aus, um den nötigen Bedarf im Winter (oder wenn man zu wenig Sonnen abbekommt) zu decken.

Wie viel Vitamin D sollte es täglich sein?
Die US-amerikanische Fachgesellschaft für Endokrinologie empfiehlt in ihren Leitlinien eine tägliche Zufuhr von 1500 bis 2000 IE für Erwachsene zur Vorbeugung vor Vitamin-D-Mangel. Vitamin-D-Präparate gibt es frei verkäuflich und relativ preiswert im Handel und in Apotheken zu kaufen. Sie können aber auch bei entsprechender Diagnose vom Arzt verschrieben werden. Einen Vitamin-D-Mangel auszugleichen beziehungsweise ihm vorzubeugen, ist daher auch in unseren Breiten relativ einfach und könnte mit der Einnahme von nur einer Tablette am Tag erledigt werden.
Laut dem derzeitigen Stand des Wissens ist die höchstmögliche Dosis, die gegeben werden kann, ohne negative Auswirkungen zu haben, diese liegt laut Experten bei 4000 IE. Im Vergleich dazu: Mit Sonnenlicht können an einem Tag ca. 10.000 bis 40.000 IE im Körper produziert werden. Durch die natürliche Bildung von Vitamin D im Körper kann es aber nicht zu einer Überdosierung kommen, denn der Körper vermindert die Aufnahme von selbst bzw. speichert das Vitamin D zwischen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mit seinem Hausarzt über eine Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sprechen bzw. sein Blut auf Vitamin D hin untersuchen lassen.