Sonntag, 10. März 2013

Warum uns der Frühling so glücklich macht

Nun ist es bald so weit, blauer Himmel - angenehme Temperaturen!
Kaum, dass die ersten Sonnenstrahlen die ersten Blumen und Sträucher aus den Winterschlaf erwecken, sorgt der nahende Frühling auch beim Menschen für eine wundersame Verwandlung: Wie auf ein geheimes Kommando hin, werden wir plötzlich körperlich aktiv und unsere Laune hellt sich auf. Aber was löst die kollektive Hochstimmung aus?

Warum strömen die Menschen bei den ersten Sonnenstrahlen des nahenden Frühlings zu Tausenden in Gartencenter und Baumärkte? Warum herrscht auch zu Hause emsiges Treiben etwa beim Frühjahrsputz?

„Wenn die Tage länger werden und der Körper wieder mehr Licht tanken kann, verursacht das bei Mensch und Tier hormonelle Umstellungen im Gehirn. Diese bewirken, dass der Energiestoffwechsel des Organismus angekurbelt wird und wir uns wieder fitter und froher gestimmt fühlen“, erklärt Dr. Thomas Schläpfer, Neuropsychologe an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Bonn.

Die Reaktion des Körpers ist eine Erinnerung an uralte Zeiten. „Die Jahreszeiten rufen stammesgeschichtlich konservierte Verhaltensmechanismen hervor. Viele Säugetiere verschlafen die härteste Zeit des Jahres, indem sie ihren Stoffwechsel auf Sparflamme fahren“, sagt der Wissenschaftler.

Die Signale, dass es im Frühjahr heller und damit Zeit wird, den Organismus auf die bevorstehende Phase der Partnersuche vorzubereiten, fängt im Gehirn die Zirbeldrüse auf. Die beim Menschen etwa erbsengroße Hormondrüse diente einst der Lichtwahrnehmung.

Noch heute verbinden bei manchen Amphibien und Reptilien Nervenfasern die Drüse mit lichtempfindlichen Rezeptoren auf dem Schädeldach. Deshalb wird das Organ auch als „Scheitelauge“ bezeichnet. Bei Säugern und dem Menschen wandelt die Zirbeldrüse den Botenstoff Serotonin in Melatonin um. Als Pigment ist Melatonin für die Hautbräunung verantwortlich, beeinflusst auch das Schlafbedürfnis und steuert weibliche Lustgefühle.

Durch die längere Lichtdauer steigt der Serotoninspiegel im Gehirn sehr schnell. Der Botenstoff bereitet die Stoffwechselumstellung vor. Der Körper braucht jedoch etwa zwei Wochen Zeit, um genügend Energie für die erwachenden Lebensaktivitäten bereitzustellen. Erst dann haben wir die Frühjahrsmüdigkeit überwunden und sind fit für den Frühling“, erklärt Schläpfer.
Quelle: Dr. Thomas Schläpfer, Neuropsychologe an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Bonn