Montag, 28. Dezember 2015

Ein Gen ist schuld - ein gestörter Biorhythmus führt zu Übergewicht

Forschung: Ist der genetische Zeitmesser gestört, kann es zu Übergewicht kommen!

Wann und wie wir Nahrung aufnehmen wird unter anderem von einem Uhr-Gen gesteuert, das in der Schaltzentrale des Gehirns, dem Hypothalamus, die Lust aufs Essen auslöst.

Wenn dieser genetische Zeitmesser aber kaputt geht, bringt das den Rhythmus der Nahrungsaufnahme durcheinander, was zu Übergewicht führen kann - zumindest bei Mäusen.
Das hat jetzt ein Forscherteam um Georgios Paschos und Garret FitzGerald von der Universität Pennsylvania herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten das Uhr-Gen namens ARNTL (die Abkürzung steht für: Aryl hydrocarbon receptor nuclear translocator-like) in den Fettzellen der Versuchstiere zerstört, woraufhin die Mäuse bei gleicher Nahrungsmenge übergewichtig wurden. Dies wirft nach Ansicht der Forscher, die die Ergebnisse ihrer Studie im Fachjournal "Nature Medicine“ veröffentlicht haben, ein neues Licht auf die Entstehung von Übergewicht bei Menschen.

Gen kann Lust aufs Essen auslösen
Die Studie liefere zwei wichtige Erkenntnisse:
1. "Die erste ist, dass eine relativ geringe Veränderung der Essenszeiten das Speichern zusätzlicher Energie begünstigen kann", erläuterte Paschos in einer Pressemitteilung seiner Universität. "Unsere Mäuse wurden übergewichtig, obwohl sie nicht mehr Kalorien zu sich genommen haben." Diese Verhaltensänderung ähnele nächtlichen Fressattacken des Menschen, die ebenfalls in Zusammenhang mit Übergewicht stehen, wie der Wissenschaftler Albert Stunkard schon 1955 bewies.

2. Die zweite Beobachtung der Wissenschafter betrifft unsere biologische Uhr. Traditionell orientieren sich Uhren in äußeren Geweben an der Hauptuhr im Gehirn - ähnlich wie die Mitglieder eines Orchesters dem Dirigenten folgen. "Wir wissen schon lange, dass die peripheren Uhren unabhängig von der Hauptuhr funktionieren können - schließlich kann ein Schlagzeuger auch ohne Anweisungen des Dirigenten trommeln - aber hier sehen wir jetzt, dass ein anderer Rhythmus der Nebenuhren sogar die Hauptuhr beeinflussen kann" erklärt FitzGerald.

Schichtarbeiter / Nachtarbeiter sind anfälliger für Übergewicht
Die Störung der inneren Uhr kann nach Angaben der Forscher außerdem zu dauerhaften Stoffwechselstörungen führen. Beispielsweise seien Menschen, die nachts arbeiten, viel anfälliger für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Patienten mit Schlafstörungen leiden ebenfalls schneller an Übergewicht.
Bildquelle: Fotolia
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Was hilft bei Übergewicht wirklich?
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