Sonntag, 21. September 2014

Besseres Gedächtnis und Empathie durch spezielle Meditationsformen

Meditation, die sich auf eigene Empfindungen und Körperaktivitäten wie zum Beispiel das Atmen konzentriert, führt zur Stärkung bestimmter Gehirnregionen.

Schon ein achtwöchiges Programm der Achtsamkeitsmeditation (Mindfulness Meditation) bewirkt, dass sich manche Gehirnregionen verstärken. Dies sind vor allem jene Bereiche, die mit dem Gedächtnis, dem Empfinden des eigenen Selbst und mit Empathie zu tun haben, wie ein amerikanisch-deutsches Forscherteam jetzt in der Fachzeitschrift "Psychiatry Research: Neuroimaging" schildert.

"Obwohl Meditation vor allem mit einem friedvollen Zustand und körperlicher Entspannung assoziiert wird, behaupten praktische Ärzte schon seit Längerem, dass Meditation auch kognitive und psychische Nutzen hat, die über den Rest des Tages erhalten bleiben", erklärt Sara Lazar vom Massachusetts General Hospital. "Diese Studie zeigt, dass Veränderungen in der Gehirnstruktur einigen dieser berichteten Verbesserungen unterliegen können und dass Menschen sich nicht einfach nur besser fühlen, weil sie Zeit zur Entspannung nutzen."

Für die Studie konnten die Forscher 16 Personen gewinnen, deren Gehirn vor und nach einem achtwöchigen Programm zur "Stressbewältigung durch Achtsamkeit" (Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)) mit Hilfe der Magnetresonanztomografie gescannt wurde. Von einer Kontrollgruppe, die die Achtsamkeitsmeditation nicht mitmachte, wurden ebenfalls Gehirnscans angefertigt.

Die Versuchspersonen, die am Meditationsprogramm teilnahmen, verbrachten damit durchschnittlich 27 Minuten am Tag. Der Vergleich der Gehirnscans "vorher - nachher" und im Vergleich zur Kontrollgruppe ergab, dass die Dichte der grauen Substanz im Hippocampus, die wichtig ist für Lernen und Gedächtnis, nach dem Meditationsprogramm bei den Probanden zugenommen hatte. Ebenso hatten sich auch Gehirnstrukturen verstärkt, die mit Mitleid und und Introspektion zu tun hatten. Keine dieser Veränderungen zeigte sich bei der Kontrollgruppe. So konnte belegt werden, dass sich die Gehirnstrukturen nicht einfach im Verlauf der Zeit von selbst veränderten. "Es ist faszinierend, die Plastizität des Gehirns zu sehen", sagt Britta Hölzel von der Universität Gießen. "Indem man meditiert, kann man eine aktive Rolle bei der Veränderung des Gehirns spielen und seine Lebensqualität verbessern."
Quelle: "Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density", Britta K. Hölzel, James Carmody, Mark Vangel, Christina Congleton, Sita M. Yerramsetti, Tim Gard, Sara W. Lazar; Psychiatry Research: Neuroimaging, 2011; 191 (1): 36 DOI:10.1016/ j.pscychresns. 2010.08.006//1