Montag, 29. Dezember 2014

Bakterien haben immensen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden!

Bakterien im Darm sind nicht bloß Verdauungshelfer. Wie groß ihr Einfluss auf unsere Gesundheit ist, entdecken wir gerade erst. 100 Billionen Freunde?
Der Weg zum Herzen führt durch den Darm. Dort leben Bakterien, die Inhaltsstoffe aus unserer Nahrung in Substanzen umwandeln, welche Arterien verhärten und das Herzinfarktrisiko erhöhen (und zwar nicht nur bei Männern). Es gibt dort aber auch die Guten. Im Darm leben nämlich Mikroben, die außerordentlich zuträglich für das Herz und für die restliche Gesundheit des Menschen sind. Und sie sind bei Weitem in der Überzahl.

Etwa 100 Billionen Mikroorganismen bevölkern jeden einzelnen Menschen. Und die meisten dieser Mitbewohner, die so klein sind, dass man sie nur unter einem sehr starken Mikroskop sehen kann, tummeln sich an den Wänden des Darms und in dessen Inhalt. In jedem Gramm Stuhl leben mehr Bakterien als Menschen auf der Erde. Zu wie vielen Arten sie gehören, weiß noch niemand. Die meisten Schätzungen liegen zwischen 1.000 und 1.400, es könnten aber auch sehr viel mehr sein. ... 

... Bis vor wenigen Jahren sahen selbst die meisten Wissenschaftler nicht mehr in ihnen als nützliche Verdauungshelfer, die nebenbei für ihren menschlichen Wirt noch ein paar Vitamine produzieren. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass die Mikroben weitaus mächtiger sind und einen immensen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben. ...

Die einen erhöhen das Infarktrisiko die anderen senken es
Bakterien beeinflussen also direkt die menschliche Gesundheit. 
... Viele Studien haben unabhängig voneinander gezeigt, dass die typische westliche Ernährungsweise (viel Fett, wenig Ballaststoffe) die Vielfalt im Darm dezimiert. Vermehren können sich dann schädliche Bakterien, die unter anderem Substanzen wie Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) herstellen, die das Infarktrisiko erhöhen. ...

Wie sieht bakterienfreundliche Ernährung nun aus?
Naheliegend ist, den bakteriellen Mitbewohnern das zu geben, woran sie sich im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution mit dem Menschen gewöhnt haben.

Auf einen heutigen Einkaufskorb übertragen, hieße das also: viel Gemüse, wenn dann Vollkornprodukte, alles andere auch, aber in Maßen. Weißmehl, Zucker und Süßstoffe meiden, ebenfalls und auch alle anderen Formen von hoch verarbeiteten und auch chemisch konservierten Nahrungsmitteln. Menschen, die viele fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Joghurt, Sauerkraut oder die asiatische Variante Kimchi zu sich nehmen, sind im Durchschnitt gesünder als andere. Auch das kann an den Mikroorganismen liegen, die sie dabei gleichzeitig zu sich nehmen. Konkrete Empfehlung geben die Forscher leider noch nicht. Doch wir haben offenbar viel mehr in der Hand, als wir bisher ahnten. Man kann heute schon viel selbst beeinflussen wenn wir uns nur vernünftig und gesund ernähren.
Quelle: DIE_ZEIT/HANNO CHARISIUS/Buchtipp/ 
Das Buch zum Thema: "Bund fürs Leben – Warum Bakterien unsere Freunde sind"