Sonntag, 12. Juni 2016

Unterschiede der Gehirnareale zwischen Klarträumern und Nicht-Klarträumern

Forscher fanden heraus, dass bei Menschen mit häufigen luziden Träumen ein Teil des Frontallappens im Gehirn größer ist

Bild: Fotolia
larträumer (auch luzide Träumer genannt) wissen, wenn sie träumen. Manchmal können sie den Traum sogar bewusst mitgestalten. Die meisten Menschen erleben dieses Phänomen aber nur ein paar Mal im Jahr, nur sehr wenige häufiger.

Forscher der Max-Planck-Institute für Bildungsforschung in Berlin und für Psychiatrie in München fanden heraus, dass bei Klarträumern der Bereich im Gehirn größer ist, der es uns ermöglicht, über das eigene Denken zu reflektieren. Klarträumer sind daher auch (sehr wahrscheinlich) im normalen täglichen Wachzustand stärker selbst-reflektiert.

In der entsprechenden Studie die in der Fachzeitschrif "Journal of Neuroscience" erschienen ist verglichen die Forscher die Hirnstrukturen von Menschen, die häufig, nie oder nur selten klarträumen. Demzufolge ist bei Klarträumern ein Teil des Frontallappens größer. Dieser auch als anteriorer präfrontaler Kortex bezeichnete Bereich steuert als Kontrollinstanz bewusste kognitive Prozesse. ... 

Unterschiede der Gehirnareale - verstärkte Gehirnaktivität
präfrontaler Kortex, rot markiert
Die Unterschiede der Gehirnareale zwischen Klarträumern und Nicht-Klarträumern würden darauf hindeuten, dass luzides Träumen und Metakognition tatsächlich miteinander zusammenhängen. Dafür sprechen demnach auch Tests, bei denen die Probanden im Wachzustand Metakognitionsaufgaben lösten. Die dabei erstellten Hirnbilder hätten gezeigt, dass die Aktivität bei den Klarträumern höher war.

Fazit: "Das Ergebnis unserer Studie lässt vermuten, dass Menschen, die ihre Träume kontrollieren können, auch in ihrem Alltag besonders gut über ihr eigenes Denken nachdenken können", sagt Elisa Filevich, Erstautorin der Studie. Die Forscher interessiert auch, ob sich luzides Träumen beziehungsweise metakognitive Fähigkeiten trainieren lassen. Dies soll in künftigen Studien untersucht werden.
Quelle: The Journal of Neuroscience, 21 January 2015, 35(3): 1082-1088; doi: 10.1523/JNEUROSCI.3342-14.2015/"Metacognitive Mechanisms Underlying Lucid Dreaming".
Link: http://www.jneurosci.org/content/35/3/1082.abstract?sid=6a974dd2-561c-43e4-b128-a6ed35311225