Sonntag, 12. April 2015

WIR SIND SCHON GANZ SCHÖN WÜTEND ...

Eine bewegende Rede von Roland Düringer
Roland Düringer in der TV-ORF1-Sendung: "Dorfer`s Donnerstalk". 


Diese Rede ist heute genauso topaktuell wie sie bei ihrer Ausstrahlung am 8.12.2011 war. Wir das Eggetsberger-Info-Blog Team fragten uns vor Kurzem, wie hat sich die Lage in der EU, in Österreich in Deutschland weiterentwickelt - nachdem Herr Düringer seine berühmte Wutrede gehalten hat.

Zur Lage heute
Jahre später (2015) -hat sich leider NICHTS geändert, oder verbessert - eher hat sich unsere Situation weiter verschlechtert. Der negative Trend ist kaum mehr aufzuhalten! Überall Krisen überall Probleme. 
Video: 3 Minuten 41 Sekunden, die zum Nachdenken stimmen © ORF



In der letzten Sendung von „Dorfers Donnerstalk“ hat Roland Düringer mit seiner Wutrede für heftige Diskussionen gesorgt. Im Interview sprach Düringer über die Hintergründe seiner Rede. Den ganzen Text der Rede finden Sie als PDF hier!

Die Rede: Zum lesen PDF anklicken
Wir sind wütend, schrie Roland Düringer in die Kamera der ORF-Sendung „Dorfers Donnerstalk. Der Kabarettist "schimpfte" in seiner „Wutrede“ auf Politiker, Banken, Medien, das Ausbildungs- und Gesundheitssystem. Dabei sprach er sehr vielen Menschen aus der Seele!

Düringer: "Wir müssen uns von diesen Denkmustern lösen. Wir müssen wirklich schauen, was tut uns Menschen gut, wie wollen wir in Zukunft miteinander umgehen, wie wollen wir leben miteinander. Unser System beruht darauf, dass man in Wirklichkeit lügt und betrügt. Dass man einfach immer den eigenen Vorteil hat. ..."

Und Düringer weiter: "Ich kann nur das sagen, was ich gemacht habe. Ich bin ein klassisches Beispiel von einem Systemtrottel. Ich bin in die Falle gegangen, übe aber, Gott sei Dank muss ich sagen, eine Tätigkeit aus, die mir Spaß macht. Das ist schon einmal ganz wichtig, dass man das tut, was man wirklich will. Und nicht etwas macht, weil man es muss. Und ich habe das Glück, dass ich mit dem, was ich gerne mache, Geld verdiene". Eine Zeit lang habe ich sogar sehr viel Geld verdient. Und dann schafft man sich Dinge an und lernt irgendwann: Besitz besitzt. Und ich hab jetzt probiert, mich von vielen Dingen zu lösen. Ich arbeite viel weniger als früher, ich verdiene auch viel weniger Geld als früher. Immer noch genug, keine Frage. ... 

"Sind es diese Dinge, die man sich anschafft? Ist es der Urlaubsort, den man unbedingt erreichen möchte, um danach erzählen zu können, ich war dort auch schon auf Urlaub? Was sind Dinge die Wert haben? Das sind so Sachen wie Gesundheit. Dass man seinen Körper pflegt, dass man nicht einfach nur des Geldes wegen seine Gesundheit, seinen Körper kaputt macht. Auch die Psyche. Darunter leiden ja viele Menschen, dass sie einfach depressiv werden, weil sie es einfach nicht mehr ‚dablasen‘ (= schaffen).

Dass wir auch überlegen, bei jeder Handlung, die ich setze: Diene ich damit dem Leben oder schade ich irgendjemandem? Wir haben wirklich in dem Land, in dem wir leben, sehr viele Freiheiten. Und auf so Dinge achte ich jetzt. Und ich merke, je mehr es zum Ursprung zurück geht, desto mehr bekommt man zurück und lebt mit der Natur. Das heißt, dass man auf einem überschaubaren Gebiet lebt, so etwas wie einen Acker hat, den man bepflanzen kann, wo man Gemüse ernten kann, wo man will auch Tiere halten. Das ist so mein Weg, den ich gehen möchte. Ich probiere Schritt für Schritt einfach gewisse Systeme zu verlassen."

Das heißt?
Düringer: "
Ich gehe nicht mehr zu einem Arzt, außer wenn ich mir ein Bein breche. Denn dann muss ich zu einem Arzt, wenn ich operiert werden muss, aber wegen einer Verkühlung gehe ich nicht zum Arzt und lass mir etwas verschreiben, damit die Verkühlung leichter wird. Ich lebe die Verkühlung einfach aus, weil es einfach ein Teil von mir gerade ist, ein Reinigungsprozess.
Und so gibt es einfach viele Bereiche, wo man zum Arbeiten anfangen kann. Gott sei Dank gibt es auch schon viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Sei es jetzt im Internet oder bei Freunden oder Menschen, die einfach schon Erfahrungen in gewissen Bereichen gemacht haben, die nicht der Mainstream sind. Es werden eh immer mehr. Alle werden das nie sein. Das ist klar. Das muss man halt als langsame Entwicklung sehen.
Quelle / Text: © Roland Düringer in der ORF1-Sendung "Dorfer`s Donnerstalk" (08.12.2011)
Quelle Interview: © Florian Kobler, ORF/Wien
Bild-Quelle: © Unbekannt