Montag, 25. Januar 2016

Lässt sich Sprachbegabung messen?

Ja! Sprachbegabung lässt sich im Gehirn und der Gehirnaktivität ablesen
Was im Gehirn beim Erlernen einer Sprache passiert, lässt sich leicht ablesen, ebenso wie die Fortschritte während des Erlernens einer Sprache. Das wiesen nun Forscher mit Hilfe von Magnetresonanzuntersuchungen nach. Unsere Hirnpotenzial-Messungen (schon 1990 durchgeführt und publiziert) zeigten die gleichen Erkenntnisse, wie nun auch die Magnetresonanzuntersuchungen der amerikanischen Forscher. Die neue Studie zum Lernen erschien im Fachmagazin Journal of Neuroscience.

Die Untersuchungen mit Magnetresonanztomografie zeigten klare Abläufe
Für ihre Studie analysierten die Psychologen von der McGill University mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztherapie (FMRI) mehrere Gehirnregionen. 15 englischsprachige Teilnehmer wurden während eines zwölfwöchigen Französisch-Intensivkurses immer wieder in die MR-Röhre gemessen. Bestimmte Hirnareale kommunizieren nämlich auch im Ruhezustand miteinander – ein Hinweis, dass sie miteinander in Verbindung stehen, also durch neuronale Netze verknüpft sind. Die Forscher hatten für ihre Untersuchung besonders zwei Hirnbereiche im Auge, die beim Sprachelernen wichtig sind, nämlich die motorischen Sprachzentren sowie jenes, das beim Lesen aktiv ist.


Sprache und Lesen 
Zum Teil lassen sich mit dieser Technik  (wie auch mittels Hirnpotenzialmessung) sogar Erfolge beim Sprachenlernen vorhersagen, betonen die US-Forscher. Herrschten starke Verbindungen vom Sprachzentrum zum Frontallappen, wo u. a. das Gedächtnis sitzt, zeigten die Probanden sehr gute Fähigkeiten beim Sprechen der neu erlernten Sprache. War hingegen das Lesezentrum aktiver, zeigten sich bessere Lese-Ergebnisse. Besonders positiv: Das menschliche Gehirn ist lernfähig - daher lassen sich auch Verbindungen zwischen den einzelnen Arealen durch Übung stärken.
Quellen: Fachmagazin Journal of Neuroscience und IPN-Forschung/Eggetsberger
Bildquellen: Eggetsberger-Ino/IPN-Forschung
Messgeräte: für Hirnpotenzialmessungen, PcE-Scanner iQ oder PcE Trainer 
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Neurostimulation / Whisper
Hinweis: Erkennt man z.B. durch entsprechende Gehirnmessungen oder eigenen Erfahrungen, dass keine optimale Vernetzung des Sprachzentrums mit dem Frontalhirn vorhanden ist, so kann man auch mittels der neuen Neurostimulationstechnik (Wispern) diese Vernetzung verbessern. Eine Neurostimulation die zwischen den Sprachzentren und dem Frontallappen des Gehirns -bei gleichzeitigen Sprachen lernen- angewendet wird, verstärkt und vernetzt diese zum Sprachenlernen notwendigen Hirnbereiche und Verbindungswege besser.
Quelle-Hinweis: IPN-Forschung/Eggetsberger
Bildquelle Whisper: Caladon GmbH