Samstag, 2. April 2016

Unsicherheit ob etwas Unangenehmes passiert, ist schlimmer als Schmerz

Eine Studie zeigt: Wenn wir damit rechnen, dass etwas Unangenehmes passiert, erzeugt das naturgemäß Stress oder sogar spürbare Angst. Dieser ist sogar noch viel schlimmer, wenn wir nicht genau wissen, ob das Unangenehme überhaupt eintritt. Anm.: Das beweist auch, wie wichtig eine gut funktionierende Gedankenstopp-Technik ist!

Ungewissheit ob eine negative Nachricht kommt!
45 freiwillige Testpersonen nahmen an der experimentellen Studie der Forscher um Archy de Berker vom University College London teil.

Hintergrund: Bei einem Computerspiel mussten sie am Bildschirm Steine wenden, unter denen sich Schlangen verbergen konnten, aber nicht mussten. Stießen die Teilnehmer tatsächlich auf ein Tier, erhielten sie einen leichten elektrischen Schock. Im Lauf der Zeit lernten die Spieler zwar, unter welchen Steinen sich die meisten Schlangen versteckten. Diese Bedingungen änderten sich allerdings im Lauf des Experiments ständig, was zu neuen Verunsicherungen führte. ... 

Was uns nervös macht
Um genau diese Unsicherheit ging es den Forschern - sie wollten wissen, wie viel Stress diese bei den Probanden auslöst. Nach der persönlichen Einschätzung, der Weitung der Pupillen und dem Schweiß, den die Teilnehmer produzierten, war dieser erheblich und viel größer, als wenn man ihnen klar angekündigt hatte, dass sie einen leichten Elektroschock erhalten werden.

Und damit haben die Forscher etwas gemessen, was vielen Menschen vermutlich aus ihrem Alltag bekannt ist. "Es ist die Ungewissheit, die uns nervös und ängstlich macht, etwa wenn man z.B. auf ein wichtiges medizinisches Ergebniss wartet oder nicht weiß, warum ein Zug nicht pünktlich ist", erläutert Koautor Robb Rutledge den Zusammenhang in einer Aussendung.

Nützlicher Stress, kann auch hilfreich sein - obwohl er sich unangenehm bemerkbar macht.
Stress habe zwar heute ein durchwegs negatives Image. Die aktuelle Studie verdeutliche aber auch seinen Nutzen: Denn jene Probanden, die besonders gestresst auf die Unsicherheit reagiert haben, waren die treffsichersten, wenn es darum ging, die schlangenfreien Steine zu orten.

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Evolutionär betrachtet, bedeutet die Stressreaktion laut den Forschern somit einen Überlebensvorteil. "Die Reaktion kann helfen, ungewisse und gefährliche Situation besser einzuschätzen", so Koautor Sven Bestmann.

Anm.: Doch der Stress der durch unnötige, ängstliche Gedanken ausgelöst wird (... das könnte geschehen, hoffentlich passiert das nicht ... ) bringt keinen Vorteil.  Der Stress, die auftretenden Ängste schädigen auf Dauer unseren Organismus nachhaltig, Stresshormone wie Adrenalin, NoradrenalinCortisol schädigen u.a. Herz- Kreislaufsystem, Nervensystem und Immunsystem. Viele verschiedene Krankheiten werden nach heutigem Stand des Wissens durch oft auftretenden Stress und Ängste ausgelöst. Und dabei zeigt sich wieder, dass es ganz besonders die Unsicherheit ist -dass etwas Negatives eintreten könnte- die Körper und Geist des Betroffenen besonders schädigt.  Schon im Normalfall sind 25% unserer täglichen Gedanken destruktive Gedanken, die uns schaden. Im Extremfall (an schlechten Tagen) sind es 60% bis 90% destruktive Gedanken, z.B. bei Krankheiten oder im Zuge von Pechsträhnen. Gerade an solchen Tagen sollte man eine Gedankenstopptechnik einsetzen.

Das moderne Leben steckt aber (wie wir alle wissen) voller kleiner und unnötiger Unsicherheiten und damit möglicher Stress- und Angstquellen. Immerhin versuchen mittlerweile darin Trainierte, manche dieser stressreichen Ungewissheiten einfach zu eliminieren. Eine sehr gute Möglichkeit ist der Theta-X-Prozess, mit Unterstützung durch die neue Neurostimulationstechnik (diese gewährleistet eine schnelles erlernen der Techniken)

Aber nicht nur im Mentaltrainingsbereich versucht man den durch Unsicherheit entstehenden Stressproblem entgegen zu wirken: Als Beispiel nennt Bestmann die Zeitanzeige bei U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen, sogar Zeitangeben bei Fußgängerübergängen (wann kommt die nächste Grünphase). Wenn sich die Verkehrsmittel allerdings ohne Angabe von Gründen nicht an den Plan halten, entstehe erst recht wieder viel Stress.
Quelle: "Computations of uncertainty mediate acute stress responses in humans" von Archy O. de Berker et al., vom 29. März 2016. University College London
Quelle Anm.: Eggetsberger-Info
Link: http://www.nature.com/ncomms/2016/160329/ncomms10996/full/ncomms10996.html
Bildquellen: Eggetsberger-Info, Fotolia