Donnerstag, 14. April 2016

Was verändert LSD im Gehirn

Wissenschaft: LSD Erfahrungen sind ähnlich den Erfahrungen des Theta-X Prozesses, der Techno-Meditation mittels Neurostimulation (Whispern) -also ohne Drogen- ausgelöst!

Was macht LSD mit dem Gehirn? Rechts LSD im Gehirn!
LSD: Anfangs (bis es verboten wurde) galt LSD als die Wunderdroge der Psychiater und als Experimentierstoff für Menschen die Erleuchtung suchten. Nach seinem Verbot vor 50 Jahren geriet LSD - zumindest für die Forschung - in Vergessenheit. Nun haben erstmals Forscher untersucht, was im Gehirn bei einem LSD-Rausch wirklich passiert - und dabei erstaunliche Parallelen zu Erfahrungsberichten gefunden.

☛ „Dieser Liegestuhl - werde ich ihn je vergessen? An den Stellen, wo die Schatten auf seine Leinenbespannung fielen, entstanden wechselweise Streifen von einem tiefen, aber glühenden Indigoblau und hell leuchtenden Streifen, so dass es schwer fiel, zu glauben, sie könnten nicht aus blauem Feuer sein.“ So beschrieb der Schriftsteller Aldous Huxley einen Eindruck seines Drogenrauschs. ... 

☛ „So sollte man die Dinge sehen“
Der Schriftsteller Aldous Huxley in seinen frühen Jahren 
Und weiter: „Das ist die Art und Weise, wie man sehen sollte und wie die Dinge in Wirklichkeit sind.“ Es war der Mai 1953. Knapp vor seinem 60. Geburtstag unternahm Huxley in Los Angeles im Beisein seiner Frau und unter ärztlicher Anleitung ein Experiment, das die Auswirkungen von Meskalin auf die menschliche Psyche dokumentieren sollte. Sein wohl bekanntestes Werk - die Dystopie „Schöne Neue Welt“ (englische Zusammenfassung) - war 20 Jahre zuvor erschienen; nicht zuletzt weil Huxley selbst sehr schlecht sehen konnte, hatte er sich danach stark Fragen der Wahrnehmung zugewandt.

Diese Fragen gipfelten in Selbstversuchen Huxleys mit einer Reihe von Drogen.
1953 war es das aus dem mexikanischen Peyote-Kaktus gewonnene Meskalin, später experimentierte er auch mit LSD. Die persönlichen Erfahrungen verknüpfte er in seiner Schrift „Pforten der Wahrnehmung“ mit philosophischen Gedanken. Titelspender war der von Huxley geschätzte britische Maler und Dichter William Blake aus dem 18. Jahrhundert, der einmal notierte: „Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich.“

1938 wurde LSD zum erstmals hergestellt
Huxley stand in einer illustren Tradition, auch Schriftsteller wie Thomas De Quincey, Charles Beaudelaire und Ernst Jünger experimentierten mit Drogen. Sie alle faszinierte die Möglichkeit, den Bewusstseinszustand im Alltag zu übersteigen - und „ein von Ballast befreites Wahrnehmungsvermögen“ zu erlangen, wie es Huxley nannte. Der Autor wurde auch zum Namensgeber für die Substanzen: „psychedelisch“ sollten sie sein, also „die Seele offenbaren“, wie man die altgriechischen Worte übersetzen kann. Lysergsäurediethylamid (kurz LSD), 1938 vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann erstmals hergestellt, spielte bei diesen Offenbarungsversuchen eine besondere Rolle. In den 50er und 60er Jahren machte die synthetische Droge nicht nur Hoffnung für eine Reihe psychiatrischer Erkrankungen, sondern sie wurde zu dem Ausdrucksmittel der Hippie-Generation und ihrer Absage an die gesellschaftliche Wirklichkeit. LSD wurde 1966 in den USA verboten, 1971 auch in Österreich, die Forschung zu LSD schlief durch diese Verbote weltweit ein. Heute - mitten im neurowissenschaftlichen Zeitalter - ist das Interesse und die dazu gehörende Forschung wieder aufgewacht.

Grenzen zwischen Netzwerken sind durchlässiger
➽ „Das ist ein Riesenschritt“, freut sich Enzo Tagliazucchi, einer der Studienautoren von der Universität Frankfurt. „Wir konnten mit den neuesten bildgebenden Verfahren beobachten, was im Gehirn von LSD-Konsumenten vor sich geht.“ Insgesamt 20 Personen baten die Forscher zum ungewöhnlichen Test ins Labor - gefunden wurden sie per Mundpropaganda und nicht per Anzeige, wie Ph.D. Tagliazucchi betont.

Die Vorbedingung: Die Probanden mussten gesund sein und bereits Vorerfahrung mit psychoaktiven Substanzen haben. Zweimal wurden sie von dem Team um den langjährigen LSD-Forscher Robin Carhart-Harris vom Imperial College in London untersucht: das eine Mal, nachdem ihnen LSD gespritzt worden war (75 Mikrogramm), das andere Mal nach der Verabreichung eines Placebos. In beiden Fällen lagen sie mit geschlossenen Augen auf einer Couch.

Mit Hilfe von drei bildgebenden Verfahren (darunter Magnetoenzephalographie) verglichen die Forscher die „LSD-Gehirne“ mit den „Placebo-Gehirnen“. Die Ergebnisse passen zu den Selbstbeschreibungen der Berauschten, zu ihren Halluzinationen, bunten und fantastischen Bildern: Im Wachzustand werden visuelle Informationen üblicherweise in einer bestimmten Region in der Großhirnrinde verarbeitet, dem visuellen Cortex. Bei den LSD-Berauschten spielt der zwar auch eine wichtige Rolle, er steht aber in einem stärkeren Austausch mit anderen Gehirnregionen: Die Probanden sehen sozusagen mit „mehr Hirn“.

Oben: Kommunikation des visuellen Cortex mit anderen Gehirnregionen, 
oben in der Placebo-, unten in der LSD-Gruppe  (orange zeigt Erhöhungen)

Die Grenzen zwischen den einzelnen neuronalen Netzwerken sind bei LSD-Konsum viel durchlässiger, und daraus resultiert eine vielfältige Wahrnehmung, in der verschiedene Sinneseindrücke ineinanderfließen. „Viele Probanden berichteten von synästhetischen Erfahrungen“, unterstreicht Tagliazucchi.

LSD und die Auflösung des Ichs
Doch es sind nicht nur die Änderungen der Wahrnehmung, die schon Huxley und die Hippies faszinierten. Parallel dazu verändert sich auch das Bewusstsein, viele LSD-Berauschte berichten von einer Auflösung oder Dezentrierung des Ichs. „Sie beschreiben das so, dass sie nicht mehr getrennt sind von den Dingen, die sie umgeben, die sie hören oder sehen“, so Tagliazucchi.

Die neuronalen Entsprechungen dieser Eindrücke glauben die Forscher nun ebenfalls gefunden zu haben. „Unsere Gehirne werden beim Erwachsen werden immer spezialisierter und starrer. Ein Gehirn im LSD-Zustand ist eher wie das eines Kindes: frei und ungezwungen“, erklärt Robin Carhart-Harris. Netzwerke von Gehirnzellen, die sich auf die Verarbeitung bestimmter Informationen spezialisiert haben, würden unter LSD-Einfluss wieder anschlussfähiger an andere. Das betrifft nicht zuletzt jene, die für das Selbstbewusstsein zuständig sind.

Oben: Unterschiede bei der Vernetzung des Gehirns von Placebo- und LSD-Probanden

➽ Und genau an dieser Stelle sehen die Forscher auch mögliche Anwendungsgebiete.
Frühere Studien hätten positive Effekte bei Menschen gezeigt, die im Sterben lagen. „Sie hatten viel weniger Ängste als andere. Und das hat damit zu tun, dass sie sich weniger als Individuum wahrgenommen haben und mehr als Teil von etwas Größerem, als Teil des Universums✱ , erzählt Tagliazucchi. Diese Auflösung des Ichs könne nicht nur für das Hospizwesen interessant sein, sondern auch bei Krankheiten wie der Depression - wo es ebenfalls gelte, „fixierte alte Schaltkreise“ (und Programmierungen) aufzubrechen. 

(Anm.: Die vorübergehende Auflösung des ICHS, mittels Techno-Meditation unter Anwendung der Neurostimulation -Whispern- streben wir mit anderen ungefährlichen Mitteln beim Theta-X Prozess an!)

Ein Zustand: „Wie das Gefühl, wahnsinnig zu werden!“
Der Seniorautor der Studie, der britische Psychiater David Nutt vom Imperial College, freut sich jedenfalls, dass die Durststrecke der LSD-Forschung vorbei ist. „Die Wissenschaftler haben darauf 50 Jahre gewartet, nun können wir endlich besser verstehen, warum LSD sich so stark auf die Wahrnehmung des Selbst, von Musik und von Kunst auswirkt.“ Einsichten, die dieser Tage von zwei weiteren Studien des gleichen Forscherteams befördert werden - und vermutlich auch Huxley begeistert hätten. Der britische Schriftsteller war im Gegensatz zur landläufigen Meinung (wie im Übrigen auch die Forscher der aktuellen Studie) kein bedingungsloser Befürworter von LSD-Konsum! Aber Huxleys Resümee seiner eigenen Erfahrungen sagt schon alles wenn es um das erlebete Gefühl ging: „Es war unaussprechlich wundervoll, fast in erschreckendem Grad wundervoll".

Resümee: LSD erzeugt tiefe, manchmal lebensverändernde Erfahrungen in Mikrogramm Dosen.
Unter Einsatz modernster und ergänzenden bildgebenden Verfahren in der ersten modernen Verfahrens- Studie über LSD und Gehirntätigkeit. Die Ergebnisse zeigten deutliche Veränderungen in der Hirndurchblutung, in der elektrische Aktivität und in den Netzwerk-Kommunikationsmustern, die stark mit der Eigenschaft der Droge, den halluzinatorischen und andere Bewusstsein verändernden Eigenschaften korrelierten.

Quellen: Lukas W.i.e.s.e.l.b.e.r.g, science.O.R.F-at; „Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging“ (11.4., „PNAS“) u.a.
Quelle Anm.: Eggetsberger-Info
Link: http://www.pnas.org/content/early/2016/04/05/1518377113
Link ergänzendes PDF
PSA Veröffentlichung

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✱ Wir alle sind letztendlich EINS!
Bewusstseinserweiternde Erfahrungen sicher lenken und ausdehnen in der Techno-Meditation. Tipp: Neurostimulation (Whispern)
Tipp: Theta-X Prozess Techno-Meditation