Samstag, 20. August 2016

Kann schon moderater Stress unsere Ess- und Selbstkontrolle mindern?

Stress, Überanspruchung - Frustfressen - viele kennen das: Dieses Verhalten kann unbewusst ablaufen oder auch bewusst. Stress wirkt sich im Gehirn verschiedenen aus: Einerseits kann er die Selbstkontrolle mindern. Andererseits kann er dazu führen, dass man ungesunde Speisen für gesund hält.

Stress und ungesundes Essen!
Wer unter Stress steht oder Ängsten wie z.B. Existenzängsten etc. ausgesetzt ist, hat eher Probleme, sich selbst zu kontrollieren, als jene, die ganz entspannt sind. Das beweist eine Studie der Universität Zürich. Der Stresspegel wirkt sich auch auf die Wahl des Essens aus. Konkret kann das etwa bedeuten, dass Berufstätige, die morgens unter Druck standen, weil sie mit einem aufgebrachten Kunden zu tun hatten, mittags eher ungesund essen als jene, die einen entspannten Vormittag hatten, gibt Silvia Maier ein Beispiel. Sie hat die Studie der Universität Zürich geleitet.

Hintergrund: Die Forscher hatten ein Labor-Experiment gemacht. ...
Eine Gruppe mit 29 Probanden setzten sie moderatem körperlichen Stress aus, in dem die Teilnehmer eine Hand drei Minuten lang in Eiswasser tauchen mussten. Dabei wurden sie beobachtet, um zusätzlich Stress auszulösen. Zuvor mussten sie 180 verschiedene Speisen danach beurteilen, für wie schmackhaft und gesund sie diese halten.

Das gleiche Prozedere durchlief eine Kontrollgruppe, deren Hand nicht in Eiswasser getaucht wurde. Alle hatten zuvor angegeben, dass sie einen gesunden Lebensstil führen. Es zeigte sich, dass die Personen mit Eisbadbehandlung mit größerer Wahrscheinlichkeit eine ungesunde Speise auswählten als die anderen.

Dabei wurden zusätzlich Aufnahmen des Gehirns gemacht.
Sie zeigen, dass Stress sich im Gehirn über mehrere Wege auswirkt, erklärt Maier. Zum einen werden Signale verstärkt, die den Geschmack in den Vordergrund stellen. Zusätzlich werden Signale abgeschwächt, die den Gesundheitswert der Speisen übertragen! Stress verändert unser Verhalten und lässt gute Vorsätze dahinschmelzen.
Unser Tipp: Regelmäßiges Entspannungstraining, z.B. Meditation, Autogenes Training und es klappt auch mit dem richtigen Essen und den guten Vorsätzen. 
Quelle: Universität Zürich, Silvia Maier
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