Sonntag, 25. Dezember 2016

Was macht Alkohol im Gehirn, wie entsteht der Filmriss? Was hilft? (Forschung)

Silvester steht vor der Tür, einige trinken bei solchen Gelegenheiten so viel, dass sie am nächsten Tag nicht mehr wissen, wie sie eigentlich nach Hause gekommen sind.
Da knallen bald wieder die Korken, da fließen Sekt, Wein und Bowle. Und wer nicht rechtzeitig auf Kinderpunsch umsteigt, hat am nächsten Tag den viel beklagten Kater. Die Punsch-Zeit ist schon da und Silvester ist nicht mehr all zu fern! Da sind gute Tipps zum Vorbeugen gefragt.

Zu viel Alkohol - Erinnern kann man sich am Tag danach an fast nichts. Da gibt es einen richtigen Filmriss.
Wie dieser Gedächtnisausfall entsteht, haben Wissenschaftler vor kurzen herausgefunden. Anders als zunächst angenommen, liegt es offenbar nicht daran, dass prozentreiche Getränke Millionen an Gehirnzellen töten. Es sind komplizierte Vorgänge in unserem Denkorgan, in die der Alkohol eingreift.
US-Forscher fanden heraus, dass sich ein Alkoholrausch auf bestimmte Hirn-Rezeptoren auswirkt, und zwar auf solche, die direkt für Erinnerungsprozesse zuständig sind. Einige dieser Rezeptoren werden durch den Alkohol gehemmt, andere aber sogar aktiviert. So kommt es bei den Signalübertragungen im gesamten Gehirn zu Störungen. In der weiteren Folge bilden die Nervenzellen bestimmte Hormone, die sogenannten Steroide. Diese blockieren dann ihrerseits die Kommunikation zwischen den Synapsen. Erinnerungen werden auf diesem Weg unmöglich gemacht, Gedächtnislücken sind unausweichlich, das Gewesene ist förmlich gelöscht. ...
Damit es so weit kommt, ist, wie die Wissenschaftler der Washington University in St. Louis betonen, sehr viel Alkohol nötig – zumindest bei Ratten, denn an solchen führten sie ihre Studien durch. Diesen hatten die Forscher Ethanol verabreicht und dann den für Erinnerungen zuständigen Bereich im Gehirn der Nager untersucht. Doch der selbe Effekt trifft auch auf den Menschen zu.

Hinweise auf eine Schädigung oder Tötung von Gehirnzellen durch Alkohol fanden die Wissenschaftler nach eigenen Angaben nicht. Doch darüber, dass Alkohol Gift ist für jede einzelne Zelle im Körper und damit auch für das Hirn, ist sich die Forschung einig. Der Stoffwechsel der Gehirnzellen wird erheblich beeinflusst und gestört. Auch ist erwiesen, dass das Hirngewebe bei chronischem Alkoholmissbrauch stark schrumpft. Schon kleine, regelmäßig getrunkene Mengen, so zum Beispiel das tägliche Glas Wein, führen Studien zufolge zu geringen Gedächtnisstörungen und dem Abbau von Hirnleistung. Nebenbei leiden die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Übergewicht, psychische Störungen und Krebs werden dadurch begünstigt.

Die hoch gelobten, gesunden Inhaltsstoffe des Rotweins dagegen, die die Adern freihalten und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen sollen, stecken praktischerweise auch in Obst und Gemüse, grünem und schwarzem Tee, in Schokolade und vor allem: natürlich in Traubensaft!

Vorbeugen ist besser als leiden .... Was hilft?
TIPP: Damit der Verdauungstrakt nicht überstrapaziert wird und der Kopf nicht allzu sehr schmerzt, … raten Ernährungsexperten vor dem Feiern zu einem fett- oder kalorienreichen Essen. Keinesfalls sollte Alkohol auf leeren Magen und möglichst auch nicht durcheinander getrunken werden. Lasagne, Nudelsalat, Eierspeisen, Fisch in Öl oder auch Räucherfisch eignen sich gut als Grundlage. Auf der Party gilt dann die Faustregel: Auf jedes alkoholische Getränk ...  folgt ein Glas Wasser, das reduziert die Alkoholaufnahme und der Körper trocknet nicht aus. Zwischendurch sind mineralstoffreiche Snacks wie Nüsse, Käsehappen, Wurstbrötchen ... oder eine kräftige Suppe empfehlenswert, die den vom Alkohol ausgeschwemmten Mineralstoffspeicher wieder auffüllen. Denn der Mangel an Wasser und Mineralstoffen ist Hauptverursacher der Kopfschmerzen und des Nachdurstes am Morgen danach. (Natürlich ist weder das vermehrte fette Essen noch der Alkoholkonsum förderlich für die schlanke Linie.)