Mittwoch, 4. Januar 2017

Erforschung der Traumerinnerung

Es gibt Menschen die erinnern sich häufiger an Träume und Menschen die sich weniger oder kaum an Träume erinnern. Häufiger berichten Menschen die in der REM-Schlaf-Phase geweckt werden über eine besser vorhandene Traumerinnerung. 

Die Traumforscher Chenier und Nielsenstellten bei einem Experiment fest, dass  82% der Menschen die während der REM-Phase aufgeweckt wurden sich an ein Traumgeschehen erinnern können. Bei nur 42% hingegen außerhalb der REM-Phase. Die Menschen erinnern sich unterschiedlich an ihre Traumaktivitäten. Jedoch unterscheiden sich die Träumer auch in diejenigen die sich an mehrere Träume in der Nacht erinnern können und andere wiederum die sich nicht an einen einzigen Traum erinnern können. Obwohl Traumforscher Studien entwickelten über die persönliche Einstellung zu Träumen, Kreativität des Einzelnen, eigener Persönlichkeitsfaktor, etc. konnte man hierfür keine Erklärung für diese Varianz finden.

Träume
Peretz Lavie untersuchte im Schlaflabor in Haifa die Traumphasen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in der REM-Schlaf-Phase. Die freiwilligen Träumer wurden alle in der REM-Schlaf-Phase geweckt und befragt. Hierbei waren Patienten die den Holocaust überlebt hatten, jedoch litten die einen nach wie vor an Albträumen und die anderen Testpersonen hatten mit dem Überleben gut abgeschlossen. Diejenigen die noch an Albträumen litten, konnten sich zu 55% an einen Traum erinnern. Die anderen Schlaftester die an keinerlei psychischen Folgeschäden mehr litten, konnten sich nur noch zu 33% erinnern.

Eine weitere Schlafgruppe bestand aus Personen die in Israel geboren wurden, hierbei war die Traumerinnerung bei 78%. Daher nimmt Lavie an, dass die Schlaftiefe hierbei eine große Rolle spielt.

Frauen erinnern sich mehr an Träume als Männer
Bei diesen Forschungen wurde auch festgestellt, dass es einen geschlechtsspezifischen Unterschied gibt. Frauen können sich häufiger an Träume erinnern als Männer. Auffallend ist hierbei noch, dass das Führen eines Traumtagebuchs die Erinnerung an Träume deutlich erhöht hat.

Es gibt auch Studien über die Auswirkungen auf das spätere Wachleben von Träumen. Den bislang größten Einfluss auf das folgende Wachleben und das dazugehörige Empfinden haben Albträume. Bekannt wurden aber auch kreative Anstöße bei Musik und Künstlern wie auch bei Wissenschaftlern. August von Kekule soll angeblich zu seiner Lösung des ringförmigen Benzolaufbaus gekommen sein, als er in der Nacht von einer Schlange träumte die sich in den eigenen Schwanz gebissen hat. Weitere Wissenschaftler wie Dmitri Mendelejew und Elias Howe führen ihre Lösungen und Erkenntnisse auf Traumphasen zurück.
Quelle: Dr. Peretz Lavie Schlaflabor in Haifa