Samstag, 4. März 2017

Außerhalb unseres Körpers versagt unsere Erinnerung, das erklärt vieles!

In Tests haben schwedische Wissenschaftler festgestellt, dass es eine enge Verbindung zwischen der eigenen Körperwahrnehmung und unserer Fähigkeit des Erinnerns gibt: Damit wir Erinnerungen speichern können, müssen wir uns darüber sicher sein, dass wir auch in unserem eigenen Körper stecken.

Die Ergebnisse könnten profunde Auswirkungen auf unser Verständnis bezüglich der Erinnerungsprobleme psychiatrischer Patienten haben. Auch bei Nahtoderlebnissen und sog. außerkörperlichen Erfahrungen (AKE bzw. OOB) spielt der erforschte, nachgewiesene Vergessenseffekt eine wesentliche Rolle.

Videodauer = 4:14 Minuten (Sprache = englisch)
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Änderungen der Aktivität im Hippocampus führen zu Gedächtnisverlust während einer out-of-body Erfahrung (Lage des Hippocampus -gelb- siehe Hirnbild rechts unten)


Hippocampus ist entscheidend
Langsam trauen sich einige mutige Wissenschaftler auch über diese Themen forschen!

Britische Psychologen haben mit einer Studie begonnen, in der sie die spezifischen Eigenschaften von sogenannten außerkörperlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen (AKE; out-of-body-experiences = OBE) ergründen wollen. Hierbei beschreiben Menschen immer wieder die Erfahrung gemacht zu haben, ihren physischen Körper verlassen zu haben.

Wie die Forscher um David Wilde von der School of Social Sciences an der Nottingham Trend University in einer Pressemitteilung berichten, ist das Ziel der Studie ein besseres Verständnis dafür, was eine wirkliche OBE ausmacht, um so diese Erfahrungen von anderen, beispielsweise halluzinatorischen Wahrnehmungen, unterscheiden zu können.

"Ziel dieser Arbeit ist es, das psychologische Wissen über dieses bislang viel zu wenig erforschte Gebiet zu vergrößern", so Wilde. "Bislang beschränkten sich die meisten Umfragen zum Thema darauf, die Befragten danach zu fragen, ob sie solche Erfahrungen bereits gemacht haben oder nicht. Meist gänzlich außer Acht gelassen wurde dabei aber, dass es ähnliche halluzinatorische Erfahrungen gibt, die als solche Erfahrungen fehlinterpretiert werden können. Wird dieser Umstand nicht in die Frage miteinbezogen, so bleibt viel Raum für Interpretationsfehler dieser wichtigen Studien."

Auch die Merkmale echter außerkörperlichen Erfahrungen seien vielfältig. "Dennoch hat die moderne Erforschung dieser Phänomene es bislang versäumt, diese Merkmale auf eine Reihe von Kern-Eigenschaften einzugrenzen", so erläutert der Psychologe weiter. "Frühere Studien haben gezeigt, dass bestimmte AKE-Merkmale von besonderer Bedeutung für bestimmte Personen sein können und genau das kann beeinflussen, wie diese Personen ihre Erfahrungen wahrnehmen und interpretieren."

"Mit dieser Studie wollen wir genauer als bislang erforschen, was eine außerkörperliche Erfahrung ausmacht und ob jemand tatsächlich eine solche Erfahrung gemacht hat - oder nicht", so Wilde abschließend. "Diese faszinierenden Erfahrungen interessieren Psychologen und Psychiater schon seit mehr als 100 Jahren. Dennoch ist noch viel Arbeit notwendig, um eine genauere Vorstellung davon zu bekommen, was außerkörperliche Erfahrungen sind und wie sie die Menschen beeinflussen."
Quellen: Karolinska Institut und Universität Umeå in Schweden und ntu.ac.uk,
Bildquellen:
Link: http://www.pnas.org/content/111/12/4421.full
Videolink: https://www.youtube.com/watch?t=57&v=VcWMllIuAJo