Donnerstag, 25. Mai 2017

Forschung: Intelligenz, der Geist steckt NICHT im Gen

Kurz notiert!
40 neue Intelligenzgene listet eine neue Studie auf. Doch das Ergebnis dürfte Erbgut-Enthusiasten vor allem ernüchtern. Diese Zahlen klingen eindrucksvoll: 40 neue Intelligenzgene und 336 Mutationen, die mit Intelligenz zusammenhängen, kamen bei einer aktuellen Studie an über 78 000 Individuen zum Vorschein. Doch was nach einem echten Durchbruch bei der Erklärung der menschlichen Geisteskräfte klingt, zerschlägt bis auf Weiteres alle Hoffnungen, mit genetischen Methoden Intelligenz zu verbessern oder auch nur vorherzusagen.

Bei näherer Betrachtung nämlich ist die Ausbeute der jetzt in "Nature Genetics" veröffentlichten Studie mäßig: Knapp ein Zwanzigstel des Intelligenzunterschiedes zwischen zwei Individuen, so das Autorenteam um Danielle Posthuma von der Freien Universität Amsterdam, lasse sich nun auf bekannte Gene zurückführen. Immerhin doppelt so viel wie zuvor, aber nach wie vor ein Resultat ohne klinische oder gesellschaftliche Relevanz. Man ist gelinde gesagt über die neuen Ergebnisse enttäuscht! ...

So gehen Hoffnungen verloren, es wird keinen IQ-Gentest geben!
Denn nun kann man auch alle Träume und Alpträume von genetisch manipulierter Superintelligenz erst einmal zu den Akten legen. Die von Posthuma und ihrem Team analysierten Gene beziehen sich auf zelluläre Prozesse im Gehirn – in welcher Weise diese feinen Unterschiede komplexe geistige Fähigkeiten beeinflussen, darüber ist eher noch weniger bekannt als über die beteiligten Gene selbst.

Fragt sich: Was lernen wir aus der neuen Untersuchung also nun wirklich über Intelligenz und ihre biologischen Grundlagen? Vor allem dass Intelligenz in Ermangelung einer perfekten Welt nach wie vor primär von Epigenetik, Krankheiten, Ernährungszustand sozialem Umfeld, Training und Neurostimulation mehr geprägt wird als von Genetischen Eigenschaften und Genen selbst.
Anm.: Durch Neurostimulation kann man sein Gehirn und die Intelligenzleistung optimieren, auch können brachliegende Fähigkeiten durch die Stimulation (Whispern) aktiviert werden. 
Quellen: Zeitschrift Natur Genetics, Wiki, u.a.
Quelle Anm.: Eggetsberger-Info-Team / IPN-Forschung
Bildquelle: Symbolbilder - pixabay
Link: https://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.3869.html
= Nature Neuroscience, 2017; doi: 10.1038/ng.3869 (Nature/ Vrije Universiteit Amsterdam, 23.05.2017 - NPO)