Mittwoch, 21. Juni 2017

Einblick in die Geschichte von Mensch & Katze

Mit Jäger-Qualitäten, Anmut und Charme haben sich die Katzen im Lauf der Geschichte einen festen Platz in der menschlichen Gesellschaft erschlichen. 

Geschichtliches: Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Freundschaft zwischen Mensch und Katze im Zuge der Entwicklung der Landwirtschaft vor etwa 10.000 Jahren begann.

Vermutlich suchten Falbkatzen (Felis silvestris lybica) zunehmend die Nähe der Menschen, um die Nager zu jagen, die sich an deren Vorräten zu schaffen machten. Den Bauern war diese Schädlingsbekämpfung natürlich ein willkommener Dienst und so lernten sie die Samtpfoten schätzen.
Auch zur Zeit des römischen Reiches machten die Falbkatzen, mit denen sich ursprünglich die Ägypter angefreundet hatten, eine große Karriere. Die Römer schätzten diese ägyptischen Katzen auf ihren Schiffen: Sie hielten die Mäuse und Ratten in Schach, die sich am Schiffs-Proviant zu schaffen machten. Diese Tradition hielt sich anschließend lange – sogar die Wikinger hielten noch Nachfahren der ägyptischen Linie der Katzen. Letztlich bildeten verschiedene Gruppen von Falbkatzen die Vorfahren unserer heutigen Hauskatzen.
Mit der Zeit wurde das Verhältnis dann wohl immer enger und vertrauter, so dass sich die Katze langsam von einem Wildtier zu einem "Haustier" des Menschen entwickelte. Ein selbstbewusstes Haustier mit viel Eigenwillen. ...

Alle Katzen stammen von der Falbkatze (Bild) ab.
Um mehr Einblicke in den Werdegang der Katzen - Mensch Freudschaft zu gewinnen, ist ein internationales Forscherteam der Geschichte nun mittels genetischen Analysen nachgegangen: Sie untersuchten und verglichen fossile DNA aus den Überresten von rund 230 Katzen verschiedener Regionen, die in einem Zeitraum von 10.000 Jahren bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelebt haben. Es handelte sich beispielsweise um 9000 Jahre alte Exemplare aus dem Vorderen Orient, mumifizierte Katzen aus Ägypten und sogar um Katzen der Wikinger. Grundsätzlich bestätigten die Untersuchungsergebnisse: Alle unsere Hauskatzen sind tatsächlich aus der Falbkatze hervorgegangen.

Im Gegensatz zu anderen Haustieren, wie beispielsweise dem Hund sind die Hauskatzen genetisch sehr nah an den Wildkatzen geblieben. Das liegt wohl daran, dass sie für ihre zunächst wichtigste Leistung als Nagetierjäger keine Zuchtauswahl benötigen. Letztlich bleibt deshalb sogar fraglich, ob man bei unseren Katzen überhaupt von einer wirklichen Domestikation dieser Tierart sprechen kann. Katzen haben sich im Vergleich zu anderen Haustieren viele wilde Aspekte bewahrt und auch ihr Charakter als Einzelgänger prägt sie nach wie vor: Sie sind eigensinnig, vergleichsweise unabhängig und akzeptieren keine Herren, höchstens Freunde. Genau dieses selbstbewusste Charisma schätzen wiederum viele Katzenliebhaber an ihren Stubentigern. Am Ende kann man sich sogar fragen: Hat sich der Mensch die Katze domestiziert – oder war es eher umgekehrt?
Bildquellen: Wiki - photographed by Sonelle, Eggetsberger-Info