Sonntag, 4. Juni 2017

Kaffee oder Tee (Oxolat im Tee)

Tee besitzt je nach Sorte und Produkt eine sehr hohe Bandbreite an Oxalsäure, von nur 20mg bis >1.200mg Oxalat pro 100g. Es gilt dabei, viele Aspekte zu beachten.
So hat Chinesischer Tee (Thea chinesis) einen Oxalgehalt-Mittelwert von 1.150mg bzw. einen Höchstwert von 2.000mg im Gegensatz dazu hat Kaffee nur ca. 1,0 mg/100 g

Tee enthält je nach Sorte sehr viel schädliches Oxolat
Bild: Fotolia
Oxalate aus der Nahrung werden mit verschiedenen Risiken und Problemen für die Gesundheit in Verbindung gebracht. Vor allem geht es dabei um Risikogruppen, die an Störungen oder Erkrankungen im Nierenbereich leiden: Menschen, die allgemein ein höheres Risiko zur Bildung von Nierensteinen aufweisen, aber auch zuvor gesunde Nieren hatten, können bei zu viel Oxalat (zu viel Teekonsum und Eisteekonsum) enormen Schaden (Nierenschäden) nehmen.

Ist Tee gesund?
Beim Trinken von Tee sollte man auf die Sorte, das Produkt und die Zubereitung achten. Auch der "gesunde" grüne Tee kann viel Oxalsäure besitzen! Also besonders im Sommer, Vorsicht bei Eistee! ... 
Besonders Veganer und Vegetarier sollten sich darüber bewusst sein, dass vor allem bestimmte Pflanzen den höchsten Oxalat-Gehalt besitzen. Zu Lebensmittel mit hohem Oxalat-Gehalt sollte man gleichzeitig Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt verzehren (Oxalat-Calcium-Verhältnis). Oxalat in der Nahrung wird durch Kochen und Wegschütten des Kochwassers deutlich reduziert. Auch Dämpfen, Blanchieren, Keimen, Einweichen, Backen, Fermentieren und Säuern besitzen einen gewissen Reduktionseffekt.

Wer schon zu den schmerzhaften Nierensteinen neigt, sollte vor allem auch viel trinken: Trinken Sie mindestens 10 Gläser pro Tag, mindestens die Hälfte davon sollte aus klares Wasser sein. Zu wenig trinken ist der häufigste Grund für die Bildung von Nierensteinen – gerade im Sommer, wenn man mehr schwitzt. Trinkt man genug, so bleibt der Urin verdünnt und es lagern sich keine Mineralien ab und natürlich so weit wie möglich Oxalat meiden: Aus Oxalat bilden sich in Verbindung mit Calcium Nierensteine. Verzichten Sie lieber auf oxalatreiche Lebensmittel wie Rote Bete, Spinat, Mangold, Rhabarber, Tee, Cola, Schokolade und Nüsse.

Besondere Gefärdung: Männer über 40 Jahre haben im Vergleich zu Frauen ein vierfach erhöhtes Risiko für Nierensteine. Auch für Frauen nach den Wechseljahren steigt die Gefahr wegen des niedrigen Östrogenspiegels an.

TIPP: Wer zur Bildung von Nierensteinen neigt, sollte am besten Wasser trinken. Diesem kann man Zitronensaft (am besten frisch gepresst) beimischen, zumal Zitronensäure Nierensteinen entgegenwirkt und deren Wachstum hemmt.

Was sind Oxalsäure und Oxalate?
Oxalsäure gehört zu den Carbonsäuren und bildet mit Natrium-, Kalium- und Ammoniumionen Salze aus. Diese Salze nennt man Oxalate. Sie kommen in fast allen Pflanzen in geringen Mengen und in wenigen Pflanzen mit sehr hohem Gehalt vor. Milch und Fleisch besitzen kaum Oxalate. Oxalate werden über die Nahrung entsprechend vor allem durch pflanzliche Kost aufgenommen. Besonders viel Oxalat besitzen: Amaranth, Portulak, Tee, Pfefferminz-Blätter, Gänsefuß, Spinat, Sternfrüchte, Kakao, Rhabarber, Weizenkleie und Nüsse. Oxalat bzw. die Oxalsäure ist einer der im Tee kritisch gesehenen Inhaltsstoffe. 

Tee mit besonders hohem Oxalat-Gehalt: Beschatteter grüner Tee (Gyokuro, Matcha, Tencha) sowie auch die meisten Sorten des schwarzen Tees besitzen allgemein den höchsten Oxalat-Gehalt, dies schwankt jedoch stark je nach Tee. Mit einer üblichen Portion beschattetem Grüntee namens Gyokuro mit etwa 4g Tee nimmt man unter den Aufgusstees immerhin einen Spitzenwert von ungefähr 46mg Oxalat zu sich. Diese Teesorte besitzt zwar sehr viele positive spezielle Wirkungen auf die Gesundheit, sollte aber im Hinblick auf das Oxalat, und die Nierengesundheit nicht zu häufig und in zu großer Menge getrunken werden. Achtung: Tee sollte nicht nüchtern verzehrt werden, da Oxalat im nüchternen Zustand deutlich stärker resorbiert wird.

Die Zubereitung spielt eine wichtige Rolle für den Oxalatgehalt, der ins Teewasser gelangt. Mit zunehmender Ziehzeit und Temperatur kommen deutlich mehr Oxalate ins Wasser. Gleiches gilt für geringe Partikelgrößen, wie z.B. beim Teebeutel-Tee. Je nach Teesorte und Qualität empfiehlt es sich beim gehobenen grünen Tee keine zu hohen Ziehdauern und Wassertemperaturen anzuwenden, wenn man das Oxalat gering halten möchte.