Samstag, 15. Juli 2017

Wir Menschen träumen. Träumen auch unserer Haustiere? (2 Videos)

Können Tiere träumen?
Ja, auch Tiere inkl. unserer Haustiere träumen täglich mehrmals!
Aus der Traumforschung: Wenn Menschen träumen, findet dies zumeist in der sogenannten REM-Schlafphase statt. Die auch als „paradoxer Schlaf“ bezeichnete Phase ist gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegungen und einen erhöhten Blutdruck sowie Puls. Beim Erwachsenen-Menschen nimmt der REM-Schlaf circa 20 bis 25 Prozent des gesamten Schlafes ein, wobei zu Beginn der Nacht nur wenig Zeit im Traum-Schlaf verbracht wird. Schon ab dem achten Lebensjahr verringert sich beim Menschen die Zeit der REM-Schlafphase von 9 auf nur noch ca. 3 Stunden.

Forschungen zeigen: Menschen mit Schlafstörungen und einhergehendem Entzug der REM-Phase zeigen häufig ein gesteigertes triebhaftes Verhalten, wie ein vermehrtes Hungergefühl, vermehrte sexuelle und aggressive Impulse, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme.

Grafik die Schlafphasen beim Menschen
Zum besser lesen, Grafik anklicken!

Natürlich können auch Tiere träumen
Auch Tiere durchlaufen im Schlaf die REM-Phase. Die REM-Schlafphase konnte bei allen bisher untersuchten Säugetieren mit Ausnahme des Delfins (dieser hat ein ganz besonderes Gehirn, bei dem nur immer eine Hirnhälfte schläft) beobachtet werden.

Traumentzug kann sogar tödlich sein!
Tests haben gezeigt, dass Ratten nach zwei- bis dreiwöchigem vollständigen REM-Schlaf-Entzug sterben können. ... 


Mit Ausnahme des Delfins und einiger weniger anderer Tierarten, zeigen nahezu alle Säugetiere, inkl. Vögel und sogar auch manche Reptilien Phasen von REM-Schlaf. Demnach ist davon auszugehen, dass diese Tiere höchstwahrscheinlich auch träumen. Bei Tieren ohne nachgewiesenen REM-Schlaf ist noch lange nicht gesagt, dass diese nicht auch so eine Art Traumphase durchlaufen, die sich aber anders zeigt.

Wer Besitzer einer Katze oder eines Hundes ist, hat wahrscheinlich schon folgendes Phänomen beobachtet: Unsere Haustiere schlafen gerade friedlich auf ihrem Lieblingsplätzchen und zucken bzw. zappelt plötzlich scheinbar grundlos mit geschlossenen Augen, jault, winselt oder miaut für eine Sekunde und schläft dann lautlos weiter.

Gerade bei Hunden und auch bei Katzen bewegen sich im Schlaf ihre Pfoten, so als würden sie gerade im Traum laufen, sie äußern ihre gewohnten Laute (oft leiser), stöhnen oder zeigen lebhafte Mimik, wie Bewegung der Augen, Zähne, Zunge und so weiter. Wenn man das beobachtet, dann träumt unser Haustier gerade.

Das Video zeigt das typische Verhalten von Hunden während eines Traumes

Der französische Schlafforscher Michel Jouvet führte in den sechziger Jahren ein aufsehenerregendes Experiment durch, wobei es ihm gelang, die normalerweise im REM-Schlaf vorhandene Muskellähmung bei Katzen aufzuheben. Die Versuchstiere schliefen erst ganz normal ein und zeigten dann in der REM-Schlafphase folgende Auffälligkeiten: Die Katzen buckelten, fauchten, liefen im Käfig umher und sträubten ihr Fell. „Das Verhalten der schlafenden Tiere war so wild, dass selbst die Experimentatoren zurückzuckten”, berichtete Jouvet in einem Artikel (siehe auch Video unten).

Video: Cat REM Sleep w/o Paralysis (Michel Jouvet)


Die Versuchs-Katzen verhielten sich bei diesen Experiment so, als ob sie jagten oder gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen würden. Sie bewegten sich im Raum wie Schlafwandler. Während des gesamten Experiments schliefen die Tiere jedoch so fest, dass weder Lichtimpulse noch der Geruch von Futter sie aufwecken konnten. Für den Schlafforscher war dies ein Beleg für die Fähigkeit der Katzen, typische Erfahrungen und alltägliche Gegebenheiten im Traum nachzuerleben. Ähnlich wie beim Menschen. Sie scheinen u.a. auch die Erlebnisse des Tages im Traum weiter zu verarbeiten. Das Bewusstsein unserer Haustiere (und auch anderer Tiere) hat somit viel mehr mit unserem Bewusstsein gemein, als manche Menschen es gerne wahrhaben möchten(!). Nicht nur, dass Tiere genauso wie Menschen Emotionen und Gefühle haben, sie können natürlich auch Angst empfinden, verzweifelt und hoffnungslos sein, sie können lieben - Zuneigung empfinden (oft mehr als mancher Mensch dazu fähig ist), so können sie auch planen, denken und Erlebnisse genauso wie wir Menschen  nachts beim träumen verarbeiten.

Solange der Mensch denkt, dass Tiere nicht fühlen können, 
müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken können...
- Zitat anonym

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