Hochgefühl und Niedergeschlagenheit – diese Begriffe spiegeln eine grundlegende gedankliche Verbindung im Gehirn wider: "Oben" bedeutet automatisch "gut", "unten" impliziert "schlecht".
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Das Gute kommt von oben |

Ähnlich wie bei ihren früheren Forschungen zu den Assoziationen mit Schwarz und Weiß testeten die Psychologen auch bei den neuen Untersuchungen, ob die Geschwindigkeit, mit der Menschen die Bedeutung eines positiven oder negativen Wortes erfassen können, von der Position des Wortes im Raum abhängt. Tatsächlich erkannten die Probanden Wörter schneller als positiv, wenn diese in der oberen Hälfte eines Monitors angezeigt wurden, während sie negative in der unteren Hälfte schneller zuordnen konnten. Auch umgekehrt konnten die Psychologen die Verbindung nachweisen: Schon das Lesen eines positiven oder negativen Begriffs reichte aus, die räumliche Aufmerksamkeit der Probanden nach oben oder unten zu lenken.
Auch diese Ergebnisse bestätigen, dass abstrakten Gedanken und Begriffen immer konkrete Bilder oder Sinneseindrücke zugrunde liegen, schreiben die Forscher. Diese Verbindung bildet sich schon während der frühesten Entwicklung eines Kleinkinds, das anhand von sensorischen Erfahrungen erst lernt, bewusst zu denken. Im Lauf der Zeit baut das Gehirn dann auf diesen konkreten Empfindungen abstraktere Denkmuster auf.
Quelle: Fachzeitschrift Psychological Science (Ausg. 15, Nr. 4), Brian Meier und Michael Robinson von der Staats-Universität von North-Dakota in Fargo