Immer wieder hört man: Bei der Einnahme von Ibuprofen und andere Schmerzmittel kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. Was steckt dahinter?
Eine neue Meta-Analyse zeigt nun: Die Medikamente erhöhen tatsächlich das Risiko für Herzinfarkte - und zwar bereits bei vergleichsweise kurzer Einnahmedauer. Wirklich bedenklich wird dieser Effekt jedoch erst, wenn die Mittel hochdosiert oder über einen längeren Zeitraum geschluckt werden.
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Tatsächlich kann die Einnahme von Schmerzmedikamenten unter Umständen zu Leber- und Nierenschäden oder Magenproblemen führen. Forscher vermuten zudem, dass dadurch auch das Risiko für einen akuten Herzinfarkt steigt. Gefährlich wird es meist allerdings erst dann, wenn Verbraucher die Mittel zu häufig einnehmen oder sich nicht an die empfohlene Dosiermenge halten. ...
Ibuprofen und Co im Check
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Die Auswertung zeigt: Selbst wer die Schmerzmittel normal dosiert und über einen Zeitraum von nur wenigen Tage einnimmt, hat bereits ein größeres Infarktrisiko als Menschen, die keine Medikamente einnehmen. "Alle untersuchten Arzneistoffe führen schon innerhalb der ersten Einnahmewoche zu einem erhöhten Risiko", schreibt das Team.
Besondere Vorsicht bei hoher Dosierung
Betrachteten die Wissenschaftler unterschiedliche Dosierungen und Einnahmedauern gemeinsam, stieg das Infarktrisiko insgesamt im Schnitt um 20 bis 50 Prozent. Diese Erhöhung ist auf den ersten Blick zwar kein Grund zur Panik: Denn sie bedeutet immer noch ein vergleichsweise geringes Risiko von durchschnittlich einem Prozent, innerhalb eines Jahres einen durch Schmerzmittel ausgelösten Herzinfarkt zu erleiden.
Im Detail zeigt sich allerdings: Bei längeren Einnahmen zwischen 8 und 30 Tagen und höherer Dosis nimmt die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt drastisch zu: Besonders schädlich sei dabei die Einnahme hoher Dosen Ibuprofen (>1.200 Milligramm pro Tag), Naproxen (>750 Milligramm pro Tag) und Rofecoxib (>25 Milligramm pro Tag), berichten die Forscher.
Fast jeder nimmt sie, "Genau abwägen"
Obwohl die Analyse nur Korrelationen aufzeigt und Bally und seine Kollegen den Einfluss anderer Faktoren auf das Herzinfarktrisiko nicht vollständig ausschließen können, fällt ihr Fazit eindeutig aus: Patienten und Ärzte sollten Risiken und Nutzen genau abwägen, bevor sie voreilig zum Schmerzmittel greifen. "Das gilt ganz besonders für höhere Dosierungen", schließen sie.
Quellen: The British Medical Journal, 2017; doi: 10.1136/bmj.j1909 (BMJ, 10.05.2017 - DAL) bmj.com, u.a.
Bildquelle: pixabay
Link: http://www.bmj.com/content/357/bmj.j1909