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Es zeigte sich, dass nicht nur die Gabe eines vermeintlichen Arzneimittels Schmerzen lindern kann, sondern auch dass Vorurteile über die persönliche Schmerzempfindlichkeit einen ähnlichen Effekt haben. Das fanden die Forscher nun bei einem Experiment heraus.
Der Schmerztest
Ein deutlicher Effekt entsteht
Alleine diese neue Information beeinflusste das Schmerzempfinden der Männer deutlich: Beim erneuten Hitzeexperiment, bewerteten die Probanden, die Männer für weniger empfindlich hielten, den Schmerz als deutlich schwächer als am Tag davor. Wer dagegen von der höheren Schmerztoleranz der Frauen gelesen hatte, stufte sich jetzt im Vergleich als schmerzempfindlicher ein. Schon die Aussage "Du bist viel unempfindlicher gegen Schmerzen als andere", kann demnach kleine Wunder bewirken.
Die Wissenschaftler wollen künftig weiter untersuchen, wie weit der Einfluss von Erwartungen beim Menschen gehen kann. Praktisch bedeutsam seien solche Mechanismen nicht nur für Therapien, sondern auch in der psychologischen Forschung: "Auch Wissenschaftler haben bei ihrer Arbeit gewisse Erwartungen. Falls sie die ins Versuchsdesign einfließen lassen und die Probanden – ganz ohne böse Absicht – entsprechend beeinflussen, kann das die Ergebnisse verfälschen", schließen sie. Quellen: Trends in Cognitive Sciences, in press; doi: 10.1016/j.tics.2016.04.001, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 13.05.2016 - DAL
Bildquellen: Universität Würzburg, Fotolia
Link: http://dx.doi.org/10.1016/
PDF-Link: http://www.cell.com/trends/cognitive-sciences/pdf/S1364-6613(16)30008-0.pdf