Dienstag, 22. November 2022

Der Lockruf der Sucht


Alkoholsucht, Nikotinsucht, Zuckersucht, Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Magersucht,  Medikamentensucht, Internetsucht, Sportsucht, Drogensucht.

Unser Gehirn ist süchtig nach Belohnung
Bereits 1954 entdeckten amerikanische Wissenschaftler das Belohnungssystem im Gehirn. Dieses Belohnungssystem, das wie ein elektrischer Schaltkreis funktioniert, bildet ein weit verzweigtes Netz im Gehirn und bezieht das limbische Gehirn den Hippocampus und die Großhirnrinde mit ein. Ein Gehirn, das die Suchtreaktion einmal erlernt hat, wird ständig nach dem Belohnungsschub verlangen. Wegen der Komplexität des Suchtmechanismus ist es auch so schwer, von einer entstandenen Sucht wieder frei zu werden. Noch problematischer ist es bei sogenannten Suchtpersönlichkeiten, die in puncto Süchte nur geringe Abwehrmöglichkeiten haben.

 Die Sucht als Lernprozess 
Das Gehirn merkt sich, welche Stoffe zu dem besonderen Glücksgefühl führen und wird diese immer wieder verlangen (dies geschieht in Zusammenhang mit dem Botenstoff Dopamin). In unserer Gesellschaft sind manche Süchte salonfähig und manche Süchte sehr verpönt. Ob es das Stück Schokolade ist, das nächste Spiel, oder der nächste Schluck, egal welche Sucht, der Mechanismus ist im Grunde immer der gleiche und wenn er ausgelöst wird, läuft das automatisierte Handlungsmuster ab, ohne dass ein bewusstes Eingreifen möglich ist.
 
Welche Hilfe gibt es?
Neben der medikamentösen Therapie und dem körperlichen Entzug, sollte immer auch eine Verhaltenstherapie stehen. Es ist wichtig seine Auslösefaktoren zu kennen und diese grundlegend zu vermeiden. Aber auch Biofeedback und Hypnose können dabei helfen, einen neuen Weg zu finden und sein Leben neu auszurichten. Ganz besonders das Desensibilisieren von Suchtauslösern und das Neuausrichten der limbischen Reaktionen ist wichtig.

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Bildquelle: pixabay