Samstag, 12. August 2023

Übergewicht fördert Demenz


Wissenschaftler haben untersucht, ob Übergewicht ein Risikofaktor für Demenz ist!
Ein Zusammenhang zwischen einem hohen Body-Mass-Index und Demenz wird in der Medizin schon länger vermutet. Man nimmt an, dass ein hoher Fettanteil im Körper entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt wodurch Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen und in weiterer Folge Demenz begünstigt werden kann. Außerdem könnte der hohe Fettanteil die Stoffwechselprozesse des Körpers verringern und somit die Bildung von Amyloid-Proteine im Gehirn erhöhen. Diese Proteine fördern die typische Plaquebildung bei Alzheimer. Die Langzeitstudie mit 6.582 Probanden untersuchte und dokumentierte über 15 Jahre lang Studienteilnehmer, die mindestens 50 Jahre alt waren.  Das britische Wissenschaftler-Team um Yuxian Ma untersuchte, ob Übergewicht im mittleren Alter das Demenz-Risiko eines Senioren erhöht.

Insgesamt erkrankten während den 15 Jahren der Studie 453 der 6.582 an Demenz. In der großangelegten Langzeitstudie zeigte sich, dass Probanden, die mit Anfang 50 einen Body-Mass-Index von mindestens 30 hatten, häufiger unter Alzheimer litten als die Normalgewichtigen. Auch das Herausrechnen weiterer Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck und des Bildungsstands verändert dieses Ergebnis nicht.

Große Unterschiede zwischen Frauen & Männern bei hohem Bauchumfang
Bei Frauen mit einem hohen Bauchumfang konnte ein stark erhöhtes Demenz-Risiko von 39 Prozent nachgewiesen werden, bei Männer gab es diesen Zusammenhang nicht. Bei Männer war nur das erhöhte Gesamtgewicht für das Demenz-Risiko ausschlaggebend.


Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse einen weiteren Beleg dafür liefern, dass es einen -unabhängig von anderen Risikofaktoren- direkten Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Demenz gibt.

Die Studie wurde im International Journal of Epidemiology veröffentlicht, doi: 10.1093/ije/dyaa099

Fotoquelle: pixabay