Freitag, 9. Dezember 2016

Die Frage aller Fragen in der Quantenphysik - die Rolle des Beobachters

Diejenigen, die nicht beim ersten Kontakt mit Quantenphysik geschockt sind, 
können sie nicht wirklich verstanden haben. 

Die Quantentheorie bringt uns auf die wichtigste Frage überhaupt, nämlich ob erst die Beobachter (unser Geist und der Geist anderer*) die "Realität" zur Existenz bringen. 


 ... "Universum, ohne dich wäre ich nicht entstanden. Aber du, großes System, bist gemacht aus Phänomenen, von denen jedes auf einem Akt der Beobachtung beruht. Du würdest nicht existieren ohne elementare Registrierungsakte wie meins." (Wheeler 1881a/1883, S. 199).

Hintergrund: Prof. Dr. Wheeler ging davon aus, dass der Kosmos dafür geschaffen sei, Leben hervorzubringen, und nahm an, dass der Mensch und womöglich andere intelligente Lebewesen dem Universum dadurch, dass sie es wahrnehmen, ein Bewusstsein für sich selbst geben.Wheeler spricht von einem "partizipatorischen Universum" und davon, dass wir nicht länger sagen können, dass die Welt unabhängig von uns "da draußen" existiere.

Grafik rechts: Wheelers Auge, eine symbolische Darstellung des "partizipatorischen Universums**", vom Quantenphysiker John Archibald Wheeler entwickeltes Bild. Das U Symbolisiert das Universum, das Auge den Beobachter (Grafik animiert: Link). 

Wheeler verfasste auch die „5 wirklich großen Fragen“ an die Natur!
John Archibald Wheeler formulierte fünf grundlegende Fragen, die über die Physik hinausreichen und die er als „wirklich große Fragen“ (really big questions) bezeichnete:

Wie kommt es zu dem, was existiert? (How come existence?)
Warum gibt es Quanten? (Why the quantum?)
Haben wir teil am Universum? (A participatory universe?)
Was führt zur Bedeutung? (What makes meaning?)
Ist das Seiende aus Informationen? (It from bit?)

Anm.: G.H.Eggetsberger: Das sind sicher die fundamentalsten Fragen, die wir uns -neben dem wer sind wir, was sind wir und welchen Sinn hat das alles- stellen können.  

Wer war John Archibald Wheeler?  
John Archibald Wheeler
Wheeler war ein theoretischer Physiker / Quantenphysiker der zuletzt als emeritierter Professor an der Princeton University tätig war, Wheeler war an der heutig gängigen Entwicklung der Quantentheorie beteiligt und hat z.B. den "Schwarzen Löchern" ihren Namen gegeben. Wheeler prägte auch den Begriff "Wurmlöcher" für hantelartige Brücken in der Raum-Zeit.

Wheeler ist für die Lösung vieler der grundlegendsten und herausfordernde Fragen in der Physik bekannt. Der Nobelpreisträger und Quantenphysiker Richard Feynman gehörte zu Wheelers Studenten.

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* Ganz besonders der Bewusstseinsteil / Geist den wir den "Beobachter" oder den "stillen Zeugen" nennen.

** „Partizipatorisches Universum“ ist Wheelers Bezeichnung für die Sichtweise, dass das Universum nicht einfach nur “dort draußen“ ist und nur entdeckt werden muss, sondern mindestens zum Teil erst durch die von uns gestellten Fragen und Beobachtungen Gestalt annimmt. Diese Idee umschreibt Wheeler anhand einer Anekdote über drei Schiedsrichter beim Baseball, die zu definieren versuchen, welche Bälle sie als Gewinn- bzw. als Verlustpunkte werten. Der erste Schiedsrichter, ein Empiriker:„Ich werte sie so, wie ich sie sehe“. „Ich werte sie so, wie sie sind“ behauptet der zweite ein Realist. Der dritte sagt: „Sie sind so, wie ich sie werte“, und verdeutlicht damit Wheelers Sichtweise.
Link: Wheelers Universum-Auge animiert