Freitag, 20. Dezember 2013

Infektionen mit tödlichem Verlauf nehmen drastisch zu!

Immer öfter enden infektiöse und parasitäre Erkrankungen mit dem Tod. Innerhalb von zehn Jahren ist die Sterberate durch Infektionen um 75 Prozent gestiegen. Alleine im vergangenen Jahr ist ein Anstieg von zehn Prozent zu verzeichnen. Insbesondere ein Darmbakterium, das in Krankenhäusern verbreitet ist, verursacht immer schwerere Krankheitsverläufe.

Clostridium-difficile
Hintergrund: 18.353 Deutsche sind 2012 an infektiösen und parasitären Erkrankungen gestorben. Das entspricht einem Anstieg von zehn Prozent innerhalb nur eines Jahres. In den vergangen zehn Jahren stieg die Sterberate um ganze 75 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt mit. In Österreich sieht es nicht viel besser aus!

Im selben Zeitraum verbreitete sich das Darmbakterium Clostridium difficile weltweit massiv. 
Das Robert-Koch-Institut verzeichnet gleichzeitig einen massiven Anstieg von Schwere und Häufigkeit der Infektion. In Deutschland ist die Zahl der Clostridium-difficile-Infektionen zwischen 2000 und 2006 von sieben auf mehr als 80 Fälle pro 100.000 Krankenhaus-Patienten gestiegen. Im vergangenen Jahr erkrankten 2250 Personen an diesem bakteriellen Darmkeim.

Bei 80 Prozent der Kleinkinder kann Clostridium difficile im Darm nachgewiesen werden. 
Bei Erwachsenen ist der Keim selten und nur noch bei weniger als fünf Prozent der Menschen nachweisbar. Nach einer Aufnahme im Krankenhaus kommt es allerdings relativ schnell zu einem Anstieg der Besiedelung auf ca. 20 bis 40 Prozent.

Für gesunde Menschen ist das Darmbakterium relativ harmlos. 
Gefährlich wird es, weil das Bakterium fast immer Antibiotika-Resistenzen aufweist. In Kombination mit einer Antibiotika-Therapie aufgrund einer anderen Erkrankung, kann sich Clostridium difficile im Darm vermehren und Gifte produzieren. Diese lösen in weiterer Folge lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen aus. Das betrifft einen von 100 mit Antibiotika behandelten Krankenhauspatienten, so das Robert-Koch-Institut in einem Merkblatt für Ärzte.
Quelle: DWN
LINK: Bundesamt Pressemitteilung 
LINK: Robert Koch Institut Merkblatt